Remis in Georgien wäre ″ein Alptraum″ | Fußball | DW | 28.03.2015
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Fußball

Remis in Georgien wäre "ein Alptraum"

Mit großer Begeisterung wird das DFB-Team in Tiflis willkommen geheißen. Bundestrainer Joachim Löw stellt klar, dass gegen Georgien ein erneuter Punktverlust in der EM-Qualifikation unbedingt vermieden werden soll.

Schon am Tag vor dem sportlichen Auftritt des Fußball-Weltmeisters herrschte in Tiflis Ausnahmezustand. Die Pressekonferenz vor dem Europameisterschafts-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Georgien geriet zu einer denkwürdigen Veranstaltung. "Man spürt, dass Georgien ein Land ist, in dem Fußball eine sehr wichtige Rolle spielt", sagte ein gut aufgelegter Joachim Löw.

Bei der PK sollte er Auskunft darüber geben, ob er am Sonntag (18.00 Uhr MESZ) einen 16:0-Sieg der deutschen Mannschaft für möglich halte. "Das ist im Vorfeld nicht immer hilfreich", konterte der Bundestrainer die Spekulationen über das Ergebnis und ein wohl unrealistisches Schützenfest.

Beim Abschlusstraining stürmte beim Aufwärmen des DFB-Teams ein georgischer Medienvertreter auf den Rasen, umarmte Bastian Schweinsteiger, kniete vor ihm nieder und streichelte dem Weltmeister die Füße. Ordner führten den Mann vom Platz und nahmen ihm die Akkreditierung ab.

Bundestrainer Joachim Löw (l.) steht in Tiflis (Georgien) neben dem georgischen Journalisten Tengiz Pachkoria, der eine Trachtenuniform trägt (Foto: Arne Dedert/dpa)

Ganz cool: Bundestrainer Löw steht neben dem georgischen Journalisten Tengiz Pachkoria

Löw blieb auch cool, als ein Fan-Reporter in georgischer Tracht im deutschen Mannschaftshotel vom Traum berichtete, dass die Gastgeber in der mit 54.549 Zuschauern ausverkauften "Boris Paichadze Dinamo Arena" ein 1:1 erreichen würden. "Das ist ein Alptraum, das wird nicht passieren. Wir werden im Vergleich zum Australien-Spiel noch mal hochfahren", erklärte er schmunzelnd vor einem Großaufgebot georgischer Reporter, Kameramänner und Fotografen.

"Müssen drei Punkte mitnehmen"

"Viele georgische Spieler waren lange Zeit in Deutschland", berichtete Löw. "In meiner Heimatstadt Freiburg haben viele Georgier gespielt: Kobiaschwili, Zkitischwili, Iaschwili, Tobias Willi - der war ein Deutscher - und Finke-Wili", scherzte der Weltmeister-Coach. Den Ernst der Lage aber kennen Löw und sein kickendes Personal. "Das alles Entscheidende ist, dass wir drei Punkte mitnehmen. So eine Mannschaft muss man erst einmal niederringen, niederspielen, niederkämpfen und in die Knie zwingen. Das wird nicht ganz einfach werden", erklärte der Bundestrainer.

"Wenn wir das spielen, was wir können und wissen, dass wir so arbeiten müssen wie bei jedem WM-Spiel, dann kann es leicht werden", sagte Real-Star Kroos. Für Kroos ist der Gegner "eine Wundertüte". "Entscheidend ist, dass wir als Sieger wieder das Land verlassen. Ob dann die Gesichter hier auch noch so freundlich sind, werden wir sehen", sagte Toni Kroos.

Bundestrainer Joachim Löw (r.) bei der Pressekonferenz in Tiflis umringt von Journalisten (Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Volles Haus: Bundestrainer Löw bei der Pressekonferenz in Tiflis umringt von Journalisten

Deutschland geht nur als Gruppendritter in die Partie gegen den Weltranglisten-126. Georgien. "Wir machen uns jetzt nicht verrückt. Wir sind lang genug dabei und haben erfahrene Spieler. Wir werden uns qualifizieren", beruhigte Manuel Neuer, der in Tiflis ins Tor des Weltmeisters zurückkehren wird. Zudem wird Schweinsteiger das Team als Kapitän anführen. "Klar, Bastian wird beginnen. Ich hatte ihn bewusst gegen Australien pausieren lassen", verkündete Löw. Der 30 Jahre alte Schweinsteiger hat seit dem WM-Finale verletzungsbedingt kein Länderspiel mehr bestritten. Auch die Weltmeister-Kollegen Mats Hummels, Jérome Boateng, Thomas Müller und Kroos hat Löw anders als beim jüngsten 2:2 im Test gegen Australien wieder für die Startelf eingeplant.

"Spiel des Jahrzehnts"

Für Außenseiter Georgien sei es das "Spiel des Jahrzehnts", erklärte Löw zur Ausgangslage. Der 55-Jährige erwartet einen "Hexenkessel", in dem "jeder Ball, der nach vorn geschlagen wird", bejubelt werde. "Wir müssen das Feuer zünden, das wir brauchen, um dieses Spiel zu gewinnen", unterstrich Löw. Der weltmeisterliche Anspruch sei nicht, "in der Gruppe einfach mitzuschwimmen, sondern die Gruppe zu gewinnen. Das ist immer noch möglich", sagte der Bundestrainer.

Ob er wie zuletzt wieder eine Dreierkette in der Abwehr stellt oder wieder die sichere Variante mit einem Vierer-Verbund bevorzugt, ließ Löw offen. "Unsere Gedanken sind offensiv ausgerichtet, ob Dreier- oder Viererkette ist nicht so entscheidend. Wir haben nicht deswegen gegen Australien nur 2:2 gespielt, weil wir im 3-5-2-System operiert haben", erläuterte Löw. Seine Spieler müssten unabhängig vom System "viel in Laufwege investieren, die richtigen Dinge vorbereiten", vor allem aber torgefährlicher sein.

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