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Kultur

Remarque-Friedenspreis an Primor und Frangi

Seit Jahren setzen sich der Israeli Avi Primor und der Palästinenser Abdallah Frangi für Verständigung im Nahen Osten ein. Dafür wurden sie jetzt mit dem Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet.

Beide Preisträger stünden für den unbeirrbaren Einsatz für die Verständigung zwischen beiden Völkern, sagte der Osnabrücker Universitätspräsident Claus Rollinger als Vorsitzender der Jury. "Sie sind sehr gute Repräsentanten für Friedensinitiativen, die in der Region bitter nötig sind." Sie seien "Gefährten auf verschiedenen Seiten, die in ihren Friedensbemühungen standhaft geblieben sind."

Durch die Vergabe des Hauptpreises solle zudem der seit Jahrzehnten vor sich hinschwelende Konflikt in Israel und Palästina im öffentlichen Gedächtnis bleiben, betonte Rollinger: "Er darf nicht in Vergessenheit geraten." Eine weitere Eskalation der Spannungen müsse verhindert werden. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Den Sonderpreis in Höhe von 5000 Euro bekommt die deutsche Initiative "Exit", die Aussteiger aus der Neonazi-Szene unterstützt. Die Auszeichnungen werden am 15. November vergeben.

Beide für die Aussöhnung ihrer Völker

Der 78-jährige Avi Primor war von 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Bonn. Neben seinem Einsatz für die deutsch-israelische Verständigung habe er sich auch immer wieder für einen Dialog zwischen den verschiedenen Interessengruppen in seiner Heimat stark gemacht, sagte Rollinger. Dabei habe er auch oft die eigene Regierung kritisiert. Nach seiner diplomatischen Laufbahn gründete Primor das Zentrum für Europäische Studien in Israel in Zusammenarbeit mit einer palästinensischen und einer jordanischen Universität.

Abdallah Frangi war von 1982 insgesamt 23 Jahre lang Vertreter der Palästinenserorganisation PLO und Generalbevollmächtigter der Palästinensischen Autonomiegebiete in Deutschland. Von 2007 bis 2009 war er außenpolitischer Sprecher der Fatah und ist heute persönlicher Berater von Präsident Mahmud Abbas für außenpolitische Angelegenheiten. Er setzt sich für eine friedliche Zwei-Staaten-Lösung des Nahost-Konflikts ein.

Der Friedenspreis ist nach dem 1898 in Osnabrück geborenen Autor des Anti-Kriegsromans "Im Westen nichts Neues", Erich Maria Remarque, benannt. Die Stadt verleiht die Auszeichnung seit 1991 alle zwei Jahre für belletristische, journalistische oder wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Frieden und für beispielhaftes Engagement für Frieden, Humanität und Freiheit.

gmf/rb (dpa, epd)