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Kultur

Religionsphilosoph Eugen Biser ist tot

Er galt als charismatischer Prediger und Redner, hatte eine Breitenwirkung wie wenige seines Fachs. Der katholische Theologe und Religionsphilosoph Eugen Biser starb in der Nacht zum 25. März im Alter von 96 Jahren.

Als Autor von mehr als 150 Büchern und über 1.000 weiteren Fachbeiträgen genoss der Wissenschaftler internationales Ansehen. Biser war von 1974 bis 1986 Professor für Christliche Weltanschauung und Religionsphilosophie in München. Das Christentum als "therapeutische Religion" gegen die verbreitete Resignation wiederzuentdecken war eine seiner wichtigsten Thesen.

Biser stammte aus Baden und studierte Theologie in Freiburg. Während des Zweiten Weltkrieges musste er sein Studium unterbrechen. Als Soldat wurde er in Russland schwer verwundet. Danach arbeitete er zunächst in der Seelsorge und als Religionslehrer. Von 1965 bis 1969 lehrte er in Passau als Professor für Fundamentaltheologie. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sagte über ihn, er habe "vielen geholfen, den Glauben als befreiend und im tiefsten Sinn des Wortes 'selig machend' zu erfahren".

Die 2002 gegründete Eugen-Biser-Stiftung will sein Werk fortzuführen. Das Großartige am Werk Bisers sei, "dass er sich nie auf ein Fach beschränkt, sondern immer das Ganze im Blick gehabt hat". Zu den Zielen der Stiftung zählen die Vermittlung der Grundwerte des Christentums sowie die Verständigung mit anderen Religionen und Kulturen. Erst im November 2013 veröffentlichten die Eugen-Biser-Stiftung und Theologen der Universität Ankara das gemeinsame "Lexikon des Dialogs". Damit sollen Grundbegriffe aus Christentum und Islam aus den unterschiedlichen Perspektiven erklärt werden.

KK/kd (KNA/EPD)