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Fußball

Relegation: Nächste Schlappe für Hertha BSC

Das unter skandalösen Umständen beendete Relegationsrückspiel zwischen Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt. Das DFB-Bundesgericht wies den Einspruch der Berliner gegen die Spielwertung ab.

Hertha BSC muss in die zweite Liga, Fortuna Düsseldorf steigt in die erste Bundesliga auf. Das ist das Ergebnis einer zehnstündigen Verhandlung vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußballbundes in Frankfurt am Main. Das dreiköpfige Gremium unter Vorsitz von Goetz Eilers wies einen Antrag von Hertha BSC auf Wiederholung des Relegations-Rückspiels in zweiter Instanz ab und bestätigte damit die Entscheidung des DFB-Sportgerichts vom vergangenen Montag.

In der Urteilsbegründung stellten die Richter klar, dass weder ein Regelverstoß des Schiedsrichters vorlag noch eine Schwächung der Berliner Mannschaft durch die Vorfälle gegen Ende des Spiels bewiesen werden konnte.

Hertha-Präsident Gegenbauer (l.) und Berlins Sportdirektor Preetz (Foto: REUTERS)

Hertha-Präsident Gegenbauer (l.) und Berlins Sportdirektor Preetz

Allerdings hatten beide Parteien vor der Verhandlung schon angedeutet, im Fall eines negativen Ausgangs eventuell das Ständige Neutrale Schiedsgericht des DFB anzurufen. "Darüber können wir heute keine Entscheidung treffen. Wir gehen heute erst einmal schlafen", sagte der Berliner Club-Präsident Werner Gegenbauer
am späten Freitagabend.

Selbst ein Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ist theoretisch noch möglich, jedoch drängt die Zeit, da die Vereine für die neue Saison planen müssen und die Europameisterschaft vor der Tür steht. Profiverträge gelten zum Teil nur für die erste Liga, mancher Großverdiener wäre in der zweiten Liga nicht zu finanzieren. Sollte die Hertha tatsächlich weiter klagen und sollte sie letztinstanzlich Recht bekommen, wäre sogar eine Bundesligasaison mit 19 Vereinen denkbar.

Bei der Partie am 15. Mai waren in der Nachspielzeit Anhänger des Zweitliga-Dritten aus Düsseldorf schon vor Abpfiff auf das Spielfeld gestürmt. Referee Wolfgang Stark hatte die Begegnung deshalb für 21 Minuten unterbrochen.

Marathonverhandlung in Frankfurt

Vor dem DFB-Bundesgericht wurden insgesamt elf Zeugen angehört, darunter auch Schiedsrichter Stark und Hertha-Trainer Otto Rehhagel, der die Umstände in Düsseldorf als chaotisch beschrieb. "Für mich war das alles irregulär", sagte der 73-Jährige. "Das war ein Ausnahmezustand, wie ich ihn in 40 Jahren als Bundesligatrainer nicht erlebt habe", meinte er zum Fan-Auflauf in der Schlussphase. Seine Spieler seien in der 21-minütigen Unterbrechung in der Hertha-Kabine "paralysiert" gewesen. "Ich konnte meiner Tätigkeit als Fußballlehrer nicht mehr
nachkommen."

Fans stürmen kurz vor Ende der Begegnung zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC das Spielfeld. (Foto: dpa)

Fans stürmten kurz vor Ende des Relegationsspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC das Spielfeld

Gegen beide Vereine, die Berliner Profis Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und André Mijatovic sowie Fortunas Andreas Lambertz ermittelt der DFB-Kontrollausschuss. Kobiaschwili soll den Schiedsrichter nach der Partie tätlich angegriffen haben, von den anderen Hertha-Spielern sollen Bedrohungen und Beleidigungen ausgegangen sein. Der Düsseldorfer Lambertz hatte im Stadioninnenraum ein sogenanntes Bengalo, eine Art Leuchtrakete, gehalten, um mit den Fans den Aufstieg zu feiern.

Solche Bengalos waren schon während der Partie zum Einsatz gekommen. Hertha-Fans hatten sie in der zweiten Halbzeit aufs Spielfeld geworfen, Düsseldorfer Anhänger brannten ebenso Feuerwerkskörper ab.

Hertha BSC muss nun mit einer Geldstrafe rechnen, Düsseldorf droht wegen des Platzsturms sogar ein Geisterspiel oder eine Platzsperre.