1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Vereinte Nationen

Rekordsumme für humanitäre Hilfe der UN

Die Vereinten Nationen brauchen im kommenden Jahr so viel Geld wie noch nie. Schuld sind die besonders lang anhaltenden Konflikte und Krisen auf der Welt. Dabei war schon 2016 nicht genug Geld für die Hilfsprojekte da.

Syrien: Hilfskonvois vom Roten Kreuz und von der UNO (Reuters/B. Khabieh)

Hilfskonvois des Roten Kreuzes und der UN in der syrischen Ortschaft Duma

Die Vereinten Nationen brauchen 2017 die Rekordsumme von 22,2 Milliarden US-Dollar, um Opfern von Konflikten und Naturkatastrophen zu helfen. Mit dem Geld sollen dringend benötigte Lebensmittel, Medikamente, Unterkünfte und andere Hilfsgüter für knapp 93 Millionen Menschen in 33 Ländern wie Syrien finanziert werden. Das erklärte der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien in Genf.

Die Welt sehe sich mit der größten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert, sagte O'Brien. Insgesamt zählten die UN mehr als 128 Millionen Menschen, die von Kriegen, Konflikten, Vertreibungen und Naturkatastrophen betroffen sind. Die größte einzelne humanitäre Hilfsaktion für 2017 haben die Vereinten Nationen und ihre Partnerorganisationen für die Opfer des Bürgerkriegs in Syrien geplant. Innerhalb Syriens sind 13,5 Millionen Männer, Frauen und Kinder auf Unterstützung angewiesen. Zudem müssten die UN und ihre Partner rund 4,7 Millionen syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern versorgen, fügte O'Brien hinzu.

Humanitäre Krisen dauern immer länger

Weitere Krisenländer, für die die UN und ihre Partner große Summen einkalkulierten, sind der Jemen, der Südsudan und Nigeria. Der Nothilfekoordinator O‘Brien erklärte, dass die Helfer viele Opfer der islamistischen Terrormiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias versorgen müssten. Durch die Gewalt seien große Teile der Landwirtschaft und des Gesundheitswesen zerstört worden. Im Südsudan, wo seit 2013 Krieg herrscht, befürchten die UN, dass eine "ethnische Säuberung" stattfinde. Afghanistan und Burundi gehören auch zu den Ländern, für die am meisten Geld fließen soll. In vielen Staaten ist die humanitäre Hilfe eingeschränkt, weil Helfer nur  schwer Zugang zu den betroffenen Gebieten haben.

"Immer mehr Menschen brauchen humanitäre Hilfe, denn die Krisen dauern immer länger an", sagte O'Brien. Mit dem Klimawandel seien zusätzlich häufiger heftigere Naturkatastrophen zu erwarten, fügte er hinzu. 

Für das Jahr 2016 hatten die UN und ihre Partnerorganisationen 22,1 Milliarden US-Dollar gefordert, um Millionen Notleidende zu unterstützen. Internationale Geldgeber stellten jedoch nur 11,4 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, sodass zum Ende des Jahres ein Defizit von 10,7 Milliarden US-Dollar besteht.

lf/stu (edp/lusa/afp)