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Wirtschaft

Rekordjahr für Airbus

Trotz eines erneuten Rekordjahres hat der europäische Flugzeughersteller Airbus das Rennen um Aufträge zum zweiten Mal in Folge gegen den US-Konkurrenten Boeing verloren. Airbus-Chef Enders ist dennoch zufrieden.

Airbus A380 hebt ab (AP Photo/Michael Probst)

Airbus ist wieder im Aufwind

Airbus-Chef Thomas Enders (Archiv) (AP Photo/Michel Euler)

Zufrieden: Airbus-Chef Thomas Enders (Archiv)

Die Bücher quellen mit 1458 neuen Bestellungen aus dem vergangenen Jahr zwar über, aber wegen mehr als hundert Stornierungen für eine alte Version des A350 hat Boeing bei den Nettobestellungen die Nase mit 72 Maschinen vorn. Das war im Jahr zuvor auch schon so. Da hatte Boeing die Europäer mit 1044 gegen 790 Aufträge noch klarer abgehängt. Airbus-Chef Thomas Enders zeigte sich auf der Jahrespressekonferenz am Mittwoch (16.01.2008) in Toulouse dennoch zufrieden: "Wir haben so viele Bestellungen wie nie zuvor verzeichnet", sagte er. "Das zählt."

Bei den Auslieferungen konnte Airbus den US-Konkurrenten wie erwartet toppen: 453 Flugzeuge - zwölf mehr als Boeing - übergab Verkaufschef John Leahy an die Kunden, darunter mit anderthalb Jahren Verspätung den ersten Superjumbo A380. Und im kommenden Jahr will Airbus den eigenen Rekord mit 470 Auslieferungen abermals brechen.

Auftragswerte von 160 Milliarden Euro

2007 konnte die Tochter des Europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS knapp 50 Prozent mehr Orders als im Vorjahr verbuchen. Die Bestellungen haben ein Volumen von knapp 160 Milliarden Euro. "2007 war ein schwieriges, aber auch erfolgreiches Jahr", lautete Enders' Bilanz. Ende 2007 standen 3421 Bestellungen in den Büchern, was sechs Produktionsjahren entspreche. Es sei der bislang höchste Auftragsbestand in der Luftfahrtbranche, so Enders. Der jüngste Bestellungsrekord werde sich 2008 nicht wiederholen lassen, aber es werde wieder mehr Aufträge als Auslieferungen geben.

Computer-Foto der neuen Boeing 787 Dreamliner (Archiv) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Computer-Foto der neuen Boeing 787 Dreamliner

Gegenüber Boeing konnte Airbus gerade im strategischen Segment der Langstreckenflieger Boden gut machen. Für den neuen A350 brachte das Unternehmen 292 Bestellungen unter Dach und Fach. Mit dem Modell will Airbus den "Dreamliner" genannten B787 überflügeln. "Wir haben schon doppelt so viele Aufträge, wie Boeing im ersten Jahr nach dem Programmstart", sagte Enders. "Wir holen auf, und zwar schnell."

Das war ein Seitenhieb Richtung Konkurrent Boeing, der laut Medienberichten die Erstauslieferung des B787 wegen Problemen mit der Bordelektronik um insgesamt zehn Monate auf Anfang 2008 verschieben muss. Auch für den größten Passagierjet der Welt, den A380, ergatterte Airbus 33 Neuverträge. In diesem Jahr sollen insgesamt 13 der Giganten ausgeliefert werden.

Power 8 reicht nicht aus

Eine Vorentscheidung für das neue Airbus-Boeing-Duell könnte bereits Ende Januar fallen. Dann will die US-Luftwaffe entscheiden, von wem sie ihre neue Tankerflotte kauft - es geht um 179 Flugzeuge. Enders bekräftigte, im Falle eines Zuschlags werde man in Alabama ein Werk bauen, um dort neben der Tankerversion des A330 auch eine Frachtversion bauen zu lassen.

Beim Sanierungsprogramm Power 8, mit dem Airbus Milliardenverluste durch die Verzögerungen beim A380 auffangen muss, hat der Konzern seine Ziele übertroffen: Statt der für 2007 angepeilten 300 seien fast 500 Millionen Euro gespart worden, zudem seien von den 10.000 Stellen, die bis 2010 in der Verwaltung gestrichen werden sollen, bereits 3000 abgebaut, sagte Enders. Auch habe man Partner für die vorgesehenen Verkäufe von sechs Werken in Europa gefunden.

Dollar-Risiko

Trotz der Sparerfolge hält Enders Maßnahmen über Power 8 hinaus für unumgänglich, denn die Dollarschwäche bleibe für Airbus mittelfristig eine "existenzielle Bedrohung". Traditionell werden Flugzeuge für Dollar verkauft. Airbus baut sie aber in Europa und muss daher Euro zahlen. "Erst 30 Prozent unserer Kosten fallen in Dollar an. Das muss sich ändern", unterstrich Enders. Um das Risiko zu mindern, würden Verlagerungen in Länder mit billigeren Produktionskosten vorangetrieben. Einen weiteren Arbeitsplatzabbau in Europa schloss er aber aus. (mas)

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