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Fußball

Rekordjagd im Prestigeduell

Die schon qualifizierte deutsche Fußballnationalmannschaft will beide noch ausstehenden EM-Qualifikationsspiele gewinnen und einen Rekord aufstellen. Im Prestigeduell trifft die deutsche Elf zunächst auf die Türkei.

Joachim Löw (Foto: dpa)

Hat die Qual der Wahl: Bundestrainer Löw

Es geht doch noch um etwas - auch rein sportlich gesehen: Obwohl die deutsche Elf vorzeitig für die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft im nächsten Jahr in Polen und der Ukraine qualifiziert ist, kann sie sich vielleicht bald in die Fußball-Geschichtsbücher eintragen lassen. Mit noch zwei Siegen aus den beiden Spielen gegen die Türkei an diesem Freitag (07.10.2011) und gegen Belgien am kommenden Dienstag (11.10.2011) hätte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw zehn Siege aus zehn Spielen geholt. Das hat vorher noch kein deutsches Team geschafft. "Der Rekord ist eine schöne Nebensache - und den wollen wir auch haben", verkündete Philipp Lahm.

Der Konkurrenzkampf beginnt

Der Kapitän weiß aber auch: "Die Preise werden erst im nächsten Jahr verteilt." Ab sofort geht es nicht mehr um das Gruppenticket zur EM, sondern um die Einzelfahrscheine. Jeder Platz im Team ist hart umkämpft und die jungen Talente drängen in die Stammformation. "Es geht jetzt schon um die Plätze im EM-Kader", macht Lahm deutlich. Das sollte Motivation genug sein für den Endspurt in der Qualifikation. Zudem reist die deutsche Elf nach Istanbul zum Tabellen-Zweiten. Die Türken hoffen auf ihre letzte Chance, nämlich über Platz zwei den Sprung nach Polen und in die Ukraine zu schaffen. Und die drittplatzierten Belgier lauern auf einen türkischen Ausrutscher. "Wir wollen nicht den Eindruck der Wettbewerbsverzerrung vermitteln", stellt deshalb Bundestrainer Joachim Löw klar. Das deutliche 3:0 aus dem Hinspiel sei kein Gradmesser für die türkische Leistung. "Sie haben in Berlin nicht ihr wahres Gesicht gezeigt." Zudem werde unglaublich viel Emotion und Motivation im Spiel sein, "das weiß ich aus eigener Erfahrung."

Fragezeichen hinter Özil und Klose

Mesut Özil (r.) und Miroslav Klose jubeln (Foto: dapd)

Angeschlagen, aber heiß auf das Spiel: Miroslav Klose (l.) und Mesut Özil (r.)

Während es für Mario Gomez (Adduktorenprobleme) nach dem Abschlusstraining grünes Licht gab, ist noch nicht klar, ob Miroslav Klose (Bluterguss am Knie) und Mesut Özil (Achillessehnenreizung) spielen können. Vor allem für Özil ist es eine besondere Situation: In Istanbul würde der Türkischstämmige erstmals im deutschen Trikot in seinem Geburtsland auflaufen. "Mesut wollte und will unbedingt spielen", erklärt Löw und widerspricht Gerüchten, Özil habe den Bundestrainer gebeten, nicht auflaufen zu müssen. In einem Interview auf der DFB-Homepage bekräftigte Özil, dass er keine Angst habe und dass ihm die Pfiffe, die er schon vom Hinspiel kennt, nichts ausmachten. Im Hinspiel erzielte er sogar ein Tor und verzichtete auf lautstarken Jubel. Erste Alternative für den Spielmacher sei Mario Götze von Borussia Dortmund, kündigte Löw an.

Özils Vereinskollege von Real Madrid, Sami Khedira, wird demnach ebenso zum Einsatz kommen wie Bastian Schweinsteiger, der dann sein 90. Länderspiel absolvieren wird. Wie auch immer das Ergebnis ausfalle, es habe keinen Einfluss auf die Gesamtentwicklung, machte Löw deutlich, der vor seinem 50. Sieg als Bundestrainer steht. Sein Gegenüber Guus Hiddink hat zwar etwas dagegen, bezeichnete einen türkischen Sieg allerdings als "Traumergebnis". Mit einem Remis würde er sich auch schon zufrieden geben. "Deutschland ist der Topfavorit, auch bei der EM."

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Martin Schrader

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