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Wirtschaft

Rekordhoch: Ölpreis steigt auf mehr als 72 Dollar

Sorgen über Lieferengpässe aus dem Iran haben den Ölpreisen neue Rekordstände beschert. Der Preis für ein Barrel zur Lieferung im Juni stieg in London um 54 Cent auf mehr als 72 Dollar.

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An den internationalen Rohstoff- und Warenterminbörsen wie hier in New York steigen die Preise für Öl

Der Ölpreis für die marktführende Nordseesorte Brent stieg am Dienstag (18.4.2006) in London mit 72,04 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) deutlich über den bisherigen Rekordpreis von 70,85 Dollar, der im August 2005 nach dem Hurrikan "Katrina" erreicht worden war. Der Sturm hatte damals zu deutlichen Lieferausfällen an der US-Golfküste geführt. An der New Yorker Rohstoffbörse erreichte der Ölpreis am Dienstag mit 71,35 Dollar einen neuen Höchststand.

Atomstreit als Auslöser

Hintergrund der jüngsten Preisanstiege ist Händlern zufolge der anhaltende Atomstreit mit dem Iran. Die Islamische Republik ist bislang nicht der Forderung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) nachgekommen, die Urananreicherung zu stoppen. Die USA haben sich zuletzt wiederholt für Sanktionen gegen das Land ausgesprochen und dabei auch eine militärische Option nicht ausgeschlossen. Der Iran steht im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben, was das Land bestreitet.

Der hohe Ölpreis könnte nach Einschätzung von Jaime Caruana, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank, noch andere Verbraucherpreise nach oben treiben. Die Ölverteuerung könne zu Zweitrundeneffekten führen, sagte Caruana am Dienstag auf einer Veranstaltung in Madrid. Der spanische Notenbankpräsident ergänzte, bisher sei es dazu aber noch nicht gekommen. Mit Blick auf die Konjunktur sagte Caruana, die Wirtschaft im Euro-Raum werde stärker als im vergangenen Jahr wachsen mit einer Rate etwa in Höhe des Potenzialwachstums, das die EZB auf rund zwei Prozent schätzt.

Fallende Kurse

Der Dax ging am Dienstag mit einem Minus von knapp 0,3 Prozent in die verkürzte Börsenwoche. Händler machten für den Rückgang den gestiegenen Ölpreis verantwortlich. Außerdem drückten Verluste der schwer gewichteten Aktie des Energieversorgers RWE den Leitindex.

Die US-Aktienmärkte hatten bereits am Montag erhebliche Einbußen hinnehmen müssen, nachdem der Ölpreis auf mehr als 70 Dollar je Barrel geklettert war. Dieser Anstieg schürte Inflationsängste der Anleger und machte zudem die US-Fluggesellschaften zu Verlierern auf dem Parkett. Auch der Optimismus nach den überraschend guten Ergebnissen der Citigroup wurde durch die Ölpreisentwicklung zunichte gemacht. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11.159 Punkten und einem Tief von 11.039 Punkten. Er verließ den Handel 0,55 Prozent im Minus bei 11.076 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,29 Prozent auf 1285 Punkte. Der Technologie-Index Nasdaq sank 0,65 Prozent auf 2311 Zähler. "Im Verlauf des Tages haben die Ölpreise begonnen, den Handel zu dominieren und zu schwächen", sagte Michael Sheldon von der Brokerage-Firma Spencer Clarke. (stu)

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