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Europa

Rekordauftrag verleiht EADS Aufwind

Dank des milliardenschweren Großauftrags für Airbus aus Indien sieht sich dessen Mutterkonzern EADS wieder im Aufwind. Steigende Gewinne stehen in Aussicht.

Der A320Neo mit Treibstoff sparenden Triebwerken und Flügeln mit abgeknickten Enden(Foto: dpa)

Die Zukunft gehört dem Kerosin sparenden A320Neo

Nach mehreren Rückschlägen rechnet der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS von 2012 an wieder mit steigenden Gewinnen. Der Auftragseingang habe sich bereits 2010 besser entwickelt als erwartet, sagte EADS-Chef Louis Gallois am Mittwoch (12.01.2011) bei seinem Jahresausblick im französischen Les Mureaux.

Ein zufriedener EADS-Konzernchef Louis Gallois (Foto: AP)

EADS-Chef Gallois zeigt sich optimistisch

2011 werde die Rentabilität des Konzerns demnach etwa auf dem Niveau liegen, das man bereits für 2010 angestrebt hatte. Keine zufriedenstellende Entwicklung sieht EADS dagegen bei der operativen Profitabilität: Diese werde 2011 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr verbleiben. Die Anleger an der Börse zeigten sich indes erfreut über die positiven Zahlen: Die EADS-Aktie kletterte am Mittwoch auf den höchsten Stand seit drei Jahren.

Der "Deal des Jahres" für Airbus

Als "Deal des Jahres" bezeichnete Gallois den milliardenschweren Großauftrag, den die EADS-Tochter Airbus durch die indische Billigfluggesellschaft IndiGo am Vortag an Land gezogen hatte. Nach Airbus-Angaben handelt es sich dabei um den größten Einzelkauf für Passagierflugzeuge mit mehr als 100 Sitzen in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt.

Die indische Fluggesellschaft IndiGo bestellte insgesamt 180 Maschinen vom Typ A320, darunter allein 150 Modelle des modernisierten A320Neo mit Kerosin sparenden Triebwerken. Der Auftragswert beläuft sich laut Listenpreis insgesamt auf rund 15,6 Milliarden Dollar. Allerdings seien bei einer derartigen Rekordbestellung Rabatte in prozentual zweistelliger Höhe üblich, hieß es in Verhandlungskreisen.

EADS-Chef Gallois sieht mit dem Rekordauftrag seinen Kurs bestätigt: Er hatte neben Europa und den USA die Schwellenländer als wichtigen Absatzmarkt für Airbus vorangetrieben. Das Wachstum soll in diesem Bereich künftig noch weiter ausgebaut werden.

Ein A320 der indischen Fluggesellschaft IndiGo bei seinem Jungfernflug im Juli 2006 (Foto: AP)

Bereits 2006 bescherte die indische Fluggesellschaft IndiGo Airbus einen Großauftrag

Airbus schreibt positive Zahlen für 2010

Laut EADS-Konzernangaben hat Airbus im Jahr 2010 mehr als 500 Flugzeuge ausgeliefert und konnte darüber hinaus mehr als 500 Bestellungen verbuchen. Die Krise im Flugzeugbau sei damit zwar noch nicht überwunden, das Geschäft sei mittlerweile aber wieder stärker angelaufen als erwartet, sagte Gallois. Konkrete Auftragszahlen nannte er noch nicht. Diese sollen erst am 17. Januar veröffentlich werden.

Keine weiteren Probleme sieht der EADS-Chef für den Airbus A380: Der Mega-Airbus sei "das Flaggschiff des 21. Jahrhunderts" und habe seine Problemphase weitgehend hinter sich. Auch die Produktion des Militärtransporters A400M gehe gut voran. Der Hightech-Flieger A350 sei dagegen technologisch nach wie vor eine Herausforderung, aber auch seine Entwicklung mache Fortschritte.

Probleme bei Eurocopter und in der EADS-Rüstungssparte

Weniger rosig sind dagegen die derzeitigen Aussichten für die anderen EADS-Tochterunternehmen. So befindet sich der Helikopterhersteller Eurocopter nach Angaben des Mutterkonzerns weiterhin in der Krise. Dies gelte besonders für die Bereiche der leichten und mittelschweren Hubschrauber.

Probleme gebe es auch in der Raumfahrt- und Rüstungssparte von EADS. Wie Konzernchef Gallois mitteilte, trüben hier besonders die drastischen Budgetkürzungen der Regierungen vor allem in Europa die Geschäftsperspektiven. Sie sollen durch Aufträge aus den Schwellenländern kompensiert werden.

Autorin: Tanja Schmidt (afp, dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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