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Schicksalswahl in Südkorea

Rekord-Wahlbeteiligung bei Präsidentschaftswahl in Südkorea

Bei der vorgezogenen Präsidentschaftswahl in Südkorea zeichnet sich eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung ab. Nach dem Regierungsskandal um Ex-Präsidentin Park Geun Hye gilt der linksliberale Moon Jae In als Favorit.

Der staatlichen Wahlkommission zufolge lag die Beteiligung fünf Stunden vor Schließung der Wahllokale bei knapp 64 Prozent. Rund 4,5 Millionen Südkoreaner sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Nach Umfragen galt der Oppositionspolitiker und frühere Menschenrechtsanwalt Moon Jae In als aussichtsreichster Kandidat. Der 64-Jährige hatte 2012 gegen seine langjährige konservative RivalinPark Geun Hye verloren.

Die Präsidentschaftswahl musste nach der vorzeitigen Absetzung Parks durch das Verfassungsgericht vor zwei Monaten vorgezogen werden. Der vorangegangene Korruptionsskandal um eine ehemalige Vertraute der Präsidentin hatte wochenlange Massenproteste in Südkorea ausgelöst.

Südkorea Präsidentschaftswahlen (Reuters/Kim Kyung-Hoon)

Moon Jae In und seine Frau bei einer Pressekonferenz nach Abgabe ihrer Stimmzettel in der Haupstadt Seoul

Kurswechsel im Umgang Nordkorea möglich

Zu den wichtigsten Konkurrenten Moons zählen der Konservative Hong Pyo sowie der ehemalige Software-Ingenieur und Zentrumspolitiker Ahn Cheol Soo. Die Neuwahl steht auch im Zeichen der zunehmenden Spannungen im Atomstreit mit Nordkorea.

Im Falle eines Wahlsiegs wollen Moon und Ahn die Beziehungen Südkoreas mit den USA stärken und anschließend versuchen, wieder auf Nordkorea zuzugehen. Kritiker werfen Moon zu viel Zurückhaltung im Umgang mit Pjöngjang vor. Hong, der der Regierungspartei der ehemaligen Staatschefin angehört, hatte im Wahlkampf unter anderem für eine Wiedereinführung taktischer Atomwaffen der USA in Südkorea mobil gemacht. Zuletzt war er in Umfragen auf 16 Prozent gekommen.

hk/ml (dpa, afp)