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Deutschland

Rekord bei Lebenserwartung in Deutschland

Die Aussicht auf ein langes Leben ist für Neugeborene in Deutschland so gut wie nie zuvor. Jungen haben die Aussicht, gut 77 Jahre alt zu werden. Mädchen werden nach Angaben der Statistiker sogar mehr als 82 Jahre alt.

Ein Säugling mit Windel liegt auf einem Kissen (Foto: Picture Alliance)

Wie haben sich die Zeiten geändert: Ein zwischen 1871 und 1881 im damaligen Deutschen Reich geborener Junge hatte eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur 35 Jahren und 7 Monaten. Ein neugeborenes Mädchen konnte damit rechnen, 38 Jahre und 5 Monate alt zu werden. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag (04.11.2010) bekanntgab, hat sich die Lebenserwartung der Neugeborenen in den vergangenen etwa 130 Jahren mehr als verdoppelt. Der wichtigste Grund war zunächst der Rückgang der Kindersterblichkeit. Erst im Lauf des späten 20. Jahrhunderts sank auch die Sterblichkeit älterer Menschen.

Mädchen, die zwischen 2007 und 2009 in Deutschland das Licht der Welt erblickten, haben eine Lebenserwartung von 82 Jahren und sechs Monaten, Jungen eine von 77 Jahren und vier Monaten. Das sei der höchste Stand seit Berechnung der ersten Sterbetafel 1871/1881 teilten die Statistiker mit. Im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel 2006/2008 stieg die Lebenserwartung für neugeborene Jungen um zwei Monate und für Mädchen um einen Monat.

Auch Ältere werden immer älter

Aber auch für ältere Menschen hat die Lebenserwartung leicht zugenommen. Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen beläuft sich die noch verbleibende Lebenserwartung von 60-jährigen Männern durchschnittlich auf 21 Jahre. 60-jährige Frauen können statistisch gesehen mit weiteren 24 Jahren und 10 Monaten Lebenszeit rechnen. Statistisch gesehen kann jeder zweite Mann in Deutschland wenigstens 80 Jahre alt werden und jede zweite Frau sogar ihren 85. Geburtstag erleben. Vor dem 60. Lebensjahr sterben 10,2 Prozent der Männer und 5,9 Prozent der Frauen.

Die aktuelle Statistik basiert auf den Daten über die Gestorbenen und die Durchschnittsbevölkerung der vergangenen drei Jahre. Die amtlich bestellten Statistiker des Bundesamtes betonen, dass es sich hierbei um eine Momentaufnahme der Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung handelt. Eine Abschätzung der Entwicklung der Lebenserwartung in der Zukunft sei damit nicht eingeschlossen.

Autor: Martin Muno (dpa, dapd, epd)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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