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Fußball

Rekord-Aufgebot der Polizei beim Derby

Die Polizei reagiert auf die Hinspiel-Eskapaden: Beim Bundesliga-Derby zwischen Braunschweig und Hannover sind 3300 Sicherheitskräfte im Einsatz. Ob das allerdings ausreicht, ist fraglich.

Fußball-Derbys haben immer eine gewisse Brisanz. Doch das

Hinspiel im Niedersachsen-Derby

zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig wurde überschattet von Anspielungen einiger Braunschweig-Anhänger auf den Freitod von Robert Enke und einer Pyrotechnik-Orgie im Hannover-Fanblock während des Spiels. Damit wurden Grenzen überschritten. "Es war beschämend", sagte 96-Clubchef Martin Kind nach der Partie im November 2013.

Nun rüsten sich Clubs und Polizei für das Rückspiel: Ein Rekord-Aufgebot von 3300 Polizisten soll ähnliche Eskapaden verhindern. Es ist das größte Aufgebot an Sicherheitskräften, das es bisher bei einem Fußballspiel in Braunschweig gegeben hat. Bei 23.200 Zuschauern, die in das Braunschweiger Stadion passen, kommt also ein Polizist auf sieben Fans. "Wir hoffen, dass es mit Hilfe der Polizei friedlich bleibt", sagte 96-Manager Dirk Dufner.

Polizei eskortiert 50 Busse aus Hannover

Ein Hausschwein mit einem Hannover-96-Fanschal irrt durch eine Polizeiwache (Foto: Christian Elsner/dpa)

Hinspiel: Braunschweig-Fans dekorieren ein Schwein

Hannover 96 hat ebenfalls reagiert und seine 2280 Karten für den Gästeblock unter allen Dauerkarten-Besitzern verlost. Die Käufer, die ihre Tickets erst gegen Vorlage des Personalausweises erhalten, sind zu einer gemeinsamen Anfahrt in fast 50 Bussen verpflichtet. Eine Polizei-Eskorte begleitet die Busse von Hannover nach Braunschweig. 96-Ultras haben bereits eine Demonstration angemeldet. Sie wollen vom Hauptbahnhof in die Braunschweiger Innenstadt ziehen und gegen diese "Einschränkung der Reisefreiheit" demonstrieren. Mit 500 Teilnehmern rechnet die Bundespolizei.

Ein Verbot von Glasflaschen und Pyrotechnik in vielen Zügen nach Braunschweig und im gesamten Hauptbahnhof wurde zudem erlassen. Ob diese Maßnahmen jedoch ausreichen, um die

rivalisierenden Fanlager

von einem Aufeinandertreffen abzuhalten, ist sehr fraglich. Nur 70 Kilometer trennen die beiden niedersächsischen Städte voneinander. Braunschweig-Manager Marc Arnold ahnt: "Es gibt einige Unverbesserliche, die man nicht einfangen kann". Darum plant Martin Kind bereits langfristig. Der 96-Chef will Auswärtsdauerkarten ab der kommenden Saison streichen.

Ermittlungen, Geldstrafen und Abstiegskampf

Hannover-96-Fans zünden Bengalische Feuer und zeigen ein Banner im Stadion (Foto: Peter Steffen/dpa)

Aufgeheizte Stimmung vor dem Derby im 96-Block

Noch am Mittwoch (02.04.2014) leiteten Polizei und DFB fast fünf Monate nach dem Skandalspiel weitere Schritte ein. Die Polizei durchsuchte 14 Wohnungen von Tatverdächtigen, die Pyrotechnik gezündet haben sollen. Bislang wurden 225 Strafverfahren eingeleitet. Der DFB verurteilte Hannover 96 und Eintracht Braunschweig zudem zu deftigen Geldstrafen: Hannover muss 50.000 Euro zahlen, zusätzlich 50.000 Euro Auflage, mit der noch vor dem Rückspiel Maßnahmen zur Prävention von Gewalt finanziert werden sollen. Der Eintracht wurde - ebenfalls am Mittwoch - für das Fehlverhalten ihrer Fans eine Strafe von 50.000 Euro, mit einer Auflage von 20.000 Euro für mehr Sicherheit im Gästeblock auferlegt.

Beträchtliche Summen für die beiden Klubs, die rein sportlich betrachtet ganz andere Sorgen haben. Denn das Derby beinhaltet die Brisanz des Abstiegskampfes: Braunschweig spielt als Tabellenletzter noch um den Ligaverbleib, Hannover steht nach zuletzt drei Niederlagen in Folge und Tabellenplatz 13 ebenfalls unter Zugzwang. Genug Stoff also für ein spannendes, 90-minütiges Derby auf dem Fußballplatz - auch ohne Nebenschauplätze und "Nachspielzeit".

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