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Aktuell Deutschland

Reker zieht nach Messerattacke ins Kölner Rathaus ein

Fast fünf Wochen ist es her, dass Henriette Reker an ihrem Wahlkampfstand angegriffen und schwer verletzt wurde. Nun ist die gewählte Oberbürgermeisterin genesen - und kündigt einen Neustart an.

Es ist ihr erster öffentlicher Auftritt: Im Kölner Museum Ludwig will die neue Oberbürgermeisterin Henriette Reker Fragen zu ihren Vorstellungen und Plänen beantworten und damit offiziell ihre Arbeit im Rathaus beginnen. Der Genesungsprozess sei vorangeschritten, teilte die Stadt Köln mit. In den letzten Tagen habe die parteilose Politikerin bereits von Zuhause aus einige Amtsgeschäfte erledigt.

Polizeischutz für Reker

Als eine ihrer ersten Handlungen als Oberbürgermeisterin wird Reker am Freitagabend bei der Verleihung des Heinrich-Böll-Preises die Laudatio halten. Preisträgerin ist die in Rumänien geborene Schriftstellerin Herta Müller. Eine gänzliche Rückkehr zur Normalität bedeutet das für Reker noch nicht: In den ersten Tagen soll die 58-jährige Politikerin bei öffentlichen Terminen Personenschutz durch die Polizei erhalten.

Mitte Oktober - einen Tag vor der Oberbürgermeister-Wahl - war Reker an einem Wahlkampfstand in Köln-Braunsfeld von einem 44-jährigen Mann mit dem Messer angegriffen worden. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kam sie ins Krankenhaus.

Polizei sperrt Tatort ab, nachdem Reker auf dem Wochenmarkt mit Messer attackiert wurde (Foto: dpa)

Schockmoment auf dem Braunsfelder Wochenmarkt: Reker und ihre Wahlkampfhelfer wurden mit dem Messer attackiert

Motiv: Rechtsextremismus

Gegen den mutmaßlichen Attentäter wurde unmittelbar nach der Tat Haftbefehl erlassen. Ihm wird versuchter Mord und mehrfache gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die Ermittler gehen von fremdenfeindlichen Motiven aus. Der arbeitslose Maler habe jahrelang Kontakte in die rechtsextreme Szene unterhalten, bestätigte auch der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz. Reker war zuvor als Kölner Sozialdezernentin für die Unterbringung von Flüchtlingen in der Domstadt zuständig. Sie hatte sich im Wahlkampf wiederholt für die Integration von Asylbewerbern ausgesprochen.

Während Reker noch im künstlichen Koma lag, wählten die Kölnerinnen und Kölner sie am 18. Oktober mit absoluter Mehrheit zu ihrer künftigen Oberbürgermeisterin und damit zur Nachfolgerin Jürgen Roters. Die parteilose Kandidatin, die unter anderem von CDU, FDP und Grünen unterstützt wurde, setzte sich gegen den Kölner SPD-Vorsitzenden Jochen Ott durch. Als erste Frau in der Geschichte Kölns trat Reker kurz darauf offiziell ihren OB-Posten an.

nin/mak (dpa, Stadt Köln)