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Aktuell Deutschland

Reker-Attentäter steht vor Gericht

Vor einem halben Jahr sorgte der Anschlag kurz vor der Oberbürgermeisterwahl in Köln bundesweit für Entsetzen. Nun wird die Messerattacke auf Henriette Reker vor einem Gericht in Düsseldorf aufgerollt.

Der Prozess um das Attentat auf die damalige Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker hat vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf begonnen. Wie das Gericht mitteilte, ist Frank S. wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza setzte zehn Verhandlungstage bis zum 16. Juni an. Für den Auftakttermin ist zunächst die Verlesung der Anklage geplant, am 29. April sollen Reker und die anderen Tatopfer als Zeugen angehört werden. Der Prozess findet im Hochsicherheitstrakt des Gerichts statt.

Der Generalbundesanwalt wirft Frank S. vor, Reker kurz vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen angegriffen zu haben. Der Mann habe am 17. Oktober 2015 der Politikerin bei einem Wahlkampftermin auf der Straße in den Hals gestochen und zudem vier umstehende Menschen zum Teil schwer verletzt. Die lebensgefährlich verletzte Reker gewann einen Tag später die Oberbürgermeisterwahl. Während der Wahl lag sie im künstlichen Koma.

Kritik an städtischer Ausländerpolitik

Frank S. wurde kurz nach dem Angriff festgenommen. Dem Generalbundesanwalt zufolge wollte der 44-Jährige Reker töten, weil sie als damalige Kölner Sozialdezernentin mitverantwortlich war für eine nach seiner Meinung verfehlte Ausländerpolitik in der Stadt. Der Angreifer hatte sich in den 1990er Jahren in der rechtsextremen Szene bewegt.

Reker hatte berichtet, dass der Attentäter sie nach einer Blume gefragt und freundlich angeschaut hatte, bevor er ein großes Messer zückte und zustach. Dem Angeklagten droht als Höchststrafe lebenslange Haft. Die parteilose Politikerin tritt im Prozess als Nebenklägerin auf - vertreten durch einen Anwalt.

kle/se (epd, dpa, afp)