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Asien

Reisen nach Tibet wieder möglich

Tibet kann wieder von Touristen bereist werden. Seit März 2008 war die Einreise in die Himalaya-Region verboten, man hatte Proteste befürchtet. Ausländische Journalisten bleiben aber weiter ausgesperrt.

Ein tibetischer Mönch hält ein Plakat in die Höhe (Foto: AP).

Reisen nach Tibet sind ab April wieder möglich

Die chinesische Himalaya-Region Tibet wird in wenigen Tagen wieder für ausländische Touristen geöffnet. Ab dem 5. April dürften wieder Urlauber ins Land kommen, erklärte ein Sprecher der tibetischen Tourismusbehörde am Montag (30.03.2009). Die Lage sei sicher. China hatte Tibet und Gebiete in den angrenzenden Provinzen Qinghai, Gansu und Sichuan nach antichinesischen Protesten im März vergangenen Jahres für Ausländer gesperrt.

Angst vor Protesten

Tibeter demonstrieren gegen die Besetzung Tibets durch China (Foto: AP).

Für den März waren antichinesische Proteste befürchtet worden


Auch Chinesen durften mehr als einen Monat lang nicht einreisen. Die Zahl der Besucher ging laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in den ersten neun Monaten 2008 um fast die Hälfte zurück, die Einnahmen aus dem Tourismus fielen um 54 Prozent. Anlässlich zahlreicher bedeutender Jahrestage wie dem 50. Jahrestag der Flucht des Dalai Lamas ins nordindische Exil am vergangenen Samstag hatte Peking die Sicherheitsvorkehrungen im Februar noch einmal deutlich verschärft. Auch nach der Lockerung der Bestimmungen ab kommender Woche kontrolliert Peking nach wie vor, wer nach Tibet reist: Besucher brauchen eine spezielle Genehmigung der Regierung. Für ausländische Journalisten bleibt das Hochland aber auch weiterhin gesperrt.

Am 10. März 1959 hatten die Tibeter einen Aufstand gegen die chinesischen Besatzer begonnen. Er wurde von der Volksrepublik blutig niedergeschlagen, der Dalai Lama und seine Anhänger mussten fliehen. Nach tibetischen Angaben kamen während des Aufstands und in den folgenden Monaten etwa 87.000 Menschen ums Leben. Am 10. März 2008 hatten Exiltibeter im indischen Dharamsala einen friedlichen Protestmarsch gegen Chinas Tibet-Politik begonnen, der sich später zu gewalttätigen Protesten in Tibet und angrenzenden chinesischen Provinzen mit tibetischer Bevölkerung auswuchs. China ließ die Proteste niederschlagen. Laut tibetischer Exil-Regierung gab es dabei 200 Tote, Peking zufolge 21.

Forderung nach neuen Gesprächen

Das Oberhaupt der Tibeter der Dalai Lama (Foto: AP).

Muss im Exil leben: Tibets Oberhaupt der Dalai Lama

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner rief am Montag zu neuen Gesprächen zwischen Peking und Vertretern des Dalai Lamas auf. Sie habe das umstrittene Thema mit Vizepräsident Li Keqiang und Außenminister Yang Jiechi erörtert, sagte sie. Beide hätten aber keine Änderung ihrer harten Haltung gegenüber Kontakten mit dem geistlichen Oberhaupt der tibetischen Buddhisten erkennen lassen. Hintergrund ist offenbar die Forderung, eine eigenständige Regierung für die fünf Millionen Tibeter im alten Siedlungsgebiet zu schaffen, die sich über die heutige Autonome Region Tibet und benachbarte Provinzen erstreckt. Diese Regierung soll nicht nur für Religion, Kultur, Bildung und Wirtschaft, sondern auch für innere Sicherheit und Ordnung verantwortlich sein. Wann eine neue Runde stattfinden kann, ist bislang offen. Chinas Regierung hatte jüngst erklärt, in dem seit 2002 laufenden Dialog nur über die persönliche Zukunft des religiösen Oberhauptes der Tibeter reden zu wollen, aber nicht über Forderungen nach Autonomie für Tibeter. (al/gri/ap/afp/dpa)

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