″Reis″: das Leben des Recep Tayyip Erdogan im Kino | Kultur | DW | 03.03.2017
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Kultur

"Reis": das Leben des Recep Tayyip Erdogan im Kino

Die Filmbiografie über den türkischen Präsidenten Erdogan stößt bei der türkischen Gemeinde in Deutschland auf großes Interesse. An diesem Freitag läuft sie in einigen deutschen Kinos an.

Istanbul - Premiere vom Erdogan Film Reis (picture-alliance/AA/B. Ozkan)

Reha Bayoglu und Ozlem Balci (Mitte) spielen das Ehepaar Erdogan in "Reis"

Das Leben des türkischen Präsidenten ist verfilmt worden. Schon zu dessen Lebzeiten - das scheint ungewöhnlich. Dass der Film nur sechs Wochen vor der Volksabstimmung über das umstrittene Präsidialsystem in der Türkei in die Kinos kommt, scheint manchem verdächtig. Regisseur Hüdaverdi Yavuz sieht es anders: Er habe das Leben Erdogans erzählen wollen, weil es "wirklich interessant" sei, erklärte der Regisseur der Nachrichtenagentur AFP. Der Titel "Reis" ("Der Chef") beziehe sich auf den Namen, unter dem Erdogan seit langem bekannt sei. "Als er zum Bürgermeister von Istanbul gewählt wurde, verwendeten die Leute automatisch das Wort 'Reis'", sagt Yavuz. "Seine Kindheitsfreunde, seine Bekannten, sie alle nennen ihn so."

Geburtstagsgeschenk

Die Neugier auf den Film war groß: Seit August 2016 haben laut der türkischen Webseite Turkish Press News mehr als 130 Millionen Menschen den Trailer angeguckt. Offiziell  wurde der Film am 26. Februar mit einer Galavorführung in Istanbul gefeiert - als Geburtstagsgeschenk für Erdogan, der an diesem Tag 63 Jahre alt wurde.

Der Präsident ist zufrieden mit dem Film, der den Aufstieg des Politikers vom kleinen Jungen im rauen Istanbuler Arbeiterviertel zum kämpferischen Bürgermeister seiner Stadt zeigt. In schillernden Farben, mit heroischen Sätzen. Jegliche Propaganda streiten Regisseur und Hauptdarsteller ab. Schauspieler Reha Beyoglu ist bekennender Erdogan-Fan und stolz auf seine Rolle in dem Film. Eine politische Botschaft habe der Film nicht, beteuert er, dafür aber eine klare Botschaft: Erdogan sei "ein Freund des Volkes". Auf die Frage, ob denn der Film auch Schwächen Erdogans zeigen würde, antwortet Beyoglu entschieden: "Er hat keine Schwächen."

Der Film ist in der Türkei und in Zypern entstanden und war mit einem Cast von 3.000 Schauspielern und Komparsen nicht gerade eine kleine Produktion. Das Budget betrug laut Produktionsfirma etwa acht Millionen Dollar - in der türkischen Filmindustrie eine hohe Summe.

Ab dem 3. März ist der Film im Original mit deutschen Untertiteln auch in deutschen Kinos zu sehen.

sw/suc (AFP/Turkishpressnews/BZ)