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Kultur

Reims: Eine Geste der Versöhnung

Als offizielles Geschenk an Frankreich hat Außenminister Steinmeier drei farbstarke Kirchenfenster für die Kathedrale in Reims übergeben. Gestaltet hat die Glaskunstwerke der deutsche Künstler Imi Knoebel.

Es ist eine Geste der deutsch-französischen Versöhnung: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat zusammen mit seinem Amtskollegen Laurent Fabius die neugestalteten Kirchenfenster des deutschen Künstlers Imi Knoebel (Artikelbild) für die Kathedrale von Reims eingeweiht. Die farbkräftigen Kunstwerke sind ein Geschenk der Bundesrepublik Deutschland an Frankreich und wurden heute offiziell übergeben. Der Künstler hatte auf ein Honorar verzichtet. Den Großteil der Kosten für die aufwendigen Kunstwerke übernahm das Auswärtige Amt, die Kunststiftung Nordrhein-Westfalen gab weitere Mittel dazu und übernahm das Projektmanagement.

Neue Fenster in der Kathedrale von Reims Steinmeier Fabius

Die beiden Außenminister Fabius (li) und Steinmeier mit dem Künstler Imi Knoebel (2. von re) und seiner Frau

Kunst als Wiedergutmachung

Mehr als 100 Jahre nach der zerstörerischen Bombardierung der Kathedrale im französischen Reims durch die deutsche Artillerie wurden die neugestalteten Kirchenfenster damit offiziell ihrer Bestimmung übergeben. An dem Festakt nahmen neben den beiden Außenministern Frankreichs und Deutschlands auch zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und dem Klerus beider Länder teil.

"Die Fenster sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie der Schatten von Krieg und Hass durch leidenschaftliches Engagement und gegenseitige Großzügigkeit überwunden wird", sagte Steinmeier bei dem offiziellen Festakt. "Charles de Gaulle und Konrad Adenauer haben in der Kathedrale von Reims vor 53 Jahren den politischen Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft gelegt. Die Fenster bezeugen auf eindringliche Weise, wie weit wir auf diesem Weg gekommen sind."

Kathedrale von Reims

Europäische Baukunst und Weltkulturerbe: die Kathedrale von Reims

Die berühmte Kathedrale von Reims - eine der architektonisch und historisch wichtigsten Kirchen in Europa - gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 war sie von deutschen Artilleriegeschossen schwer getroffen worden. Die wertvollen mittelalterlichen Buntglasfenster wurden damals zerstört. An der späteren Neugestaltung wirkten bereits andere Künstler mit, unter anderem auch Marc Chagall (1887 -1985). Seit dem gemeinsamen Gottesdienst von Bundeskanzler Konrad Adenauer und General De Gaulle im Jahr 1962 gilt die Kathedrale als Symbol deutsch-französischer Aussöhnung.

Ausstellung Ehren Imi Knoebel – Malewitsch zu Ehren

Arbeiten des Malers und Bildhauers Imi Knoebel sind derzeit in der Kunstsammlung NRW zu sehen

Imi Knoebel, 1940 in Dessau geboren, hat an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joseph Beuys studiert und ist mit seinen abstrakten Farbarbeiten international bekannt geworden. Auf Einladung des französischen Staates hatte er bereits 2011 sechs Buntglasfenster für die Kathedrale in Reims gestaltet und installiert. Wie aus lauter Splittern zusammengesetzt erstrahlen auch die drei neuen abstrakten Kirchenfenster in den satten Grundfarben Blau, Gelb und Rot auf einer Gesamtfläche von insgesamt 64 Quadratmetern.

hm/ab (dpa/Homepage AA)

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