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Kultur

"Reife und dauerhafte Freundschaft"

Die britische Königin Elizabeth II. sieht Deutschland und Großbritannien weiter unter Reformdruck. Am zweiten Tag ihres Staatsbesuches lobte sie am Mittwoch (3.11.04) die Entwicklung in den neuen Bundesländern.

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Im Panoramawagen durch Berlin: Königin Elizabeth II

Die Queen hielt sich aber auch mit Kritik nicht zurück. Sie betonte, dass es immer noch Herausforderungen gebe: "Unsere beiden Länder stehen vor der Notwendigkeit, den Prozess der Wirtschaftsreform fortzuführen, was nie einfach ist", sagte die Queen in ihrer Tischrede im Schloss Cecilienhof, in das Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck zum Mittagessen geladen hatte.

Nach ihrem ersten Besuch in Potsdam 1992 wolle sie den Menschen jetzt Anerkennung für das Erreichte aussprechen. "Mehrparteiendemokratie und Rechtsstaatlichkeit sind wieder fest verankert, ebenso die freie Marktwirtschaft," sagte die Queen. Die Tischrede war der zweite Höhepunkt des dreitägigen Staatsbesuchs, den die Königin und ihr Gemahl Prinz Philip bereits am Dienstag (2.11.) begonnen hatten.

"Aus der Vergangenheit lernen"

Bei einem Staatsbankett im Berliner Zeughaus bescheinigte die Monarchin Deutschland und Großbritannien noch am Dienstagabend eine "reife und dauerhafte Freundschaft": "Denen, die diese Partnerschaft geschaffen haben, sind wir es schuldig, diesen Prozess in das 21. Jahrhundert weiterzuführen, aus der Vergangenheit zu lernen und sich nicht von ihr beherrschen zu lassen", sagte sie.

Am Mittwochmorgen eröffnete die Königin eine Klimaschutzkonferenz in der Britischen Botschaft. Diese soll Empfehlungen für Premierminister Tony Blair ausarbeiten, der den globalen Klimawandel zum Hauptthema des britischen G-8-Vorsitzes nächstes Jahr machen will. Danach besuchte die Monarchin die Berliner Museumsinsel, wo sie vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit empfangen wurde.

Wunden und Narben

Königin Elizabeth II in Deutschland Schloss Cäcilienhof

Die Queen zu Gast im Schloss Cecilienhof

Wowereit äußerte sich vor der Begegnung verwundert über die Debatte, ob sich die Queen für die britischen Bombenangriffe auf deutsche Städte entschuldigen müsse. Das Verhältnis beider Staaten sei hervorragend, betonte er. Natürlich gebe es noch Wunden und Narben, die aufgearbeitet werden müssten. Dies habe aber nichts mit dem Staatsbesuch zu tun.

Am Dienstag hatte bereits Bundeskanzler Gerhard Schröder die von britischen Boulevardmedien losgetretene Diskussion als "absurd" bezeichnet. Die Königin ging in ihren Reden nicht darauf ein. Im Zeughaus rief sie beide Seiten dazu auf, über Klischees hinauszublicken.

Queen fährt S-Bahn

Am Mittwoch fuhren die Queen und der Herzog von Edinburgh gegen Mittag mit dem Panoramazug der Berliner S-Bahn nach Potsdam. Vor Schloss Cecilienhof wurden sie - wie schon in Berlin - von mehreren hundert Schaulustigen begeistert empfangen. Die Queen, die einen königsblauen Mantel und einen passenden Hut trug, gab sich aber sehr zurückhaltend und lächelte nur kurz. Fans, die auf einen Händedruck gehofft hatten, reagierten enttäuscht.

Auf dem Krongut Bornstedt traf Elizabeth II. am Nachmittag Mitarbeiter des Triebwerkherstellers Rolls-Royce. Anschließend stand ein Besuch des britischen Militärfriedhofs Stahnsdorf auf dem Programm. Symbolischer Höhepunkt war ein Galakonzert in der Berliner Philharmonie, das die Queen am Abend zu Gunsten der Dresdner Frauenkirche ausrichtete. (iu)

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