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Wirtschaft

Rehm rettet Bankenretter

Lange sah es aus, als wollte keiner den Job: Doch nachdem der Ex-Leiter der NordLB, Hannes Rehm, die Leitung des Bankenrettungsfonds Soffin übernommen hat, scheint das Gremium wieder in ruhiges Fahrwasser zu geraten.

Hannes Rehm (Foto: dpa)

Soll den Rettungsfonds künftig führen: Hannes Rehm

Mit Hannes Rehm und Christoph Pleister ist der dreiköpfige Leitungsausschuss der Soffin wieder komplett - zum Ausschuss gehört zudem der frühere baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus. Zuvor hatten Günther Merl und Karl-Heinz Bentele das Führungstrio verlassen - nach einhelligen Medienberichten aufgrund unlösbarer Spannungen zwischen dem von Bankern besetzten Leitungsauschuss und dem mächtigen Lenkungsausschuss, in dem Vertreter der Bundesregierung sitzen.

Günther Merl (Foto:dpa)

Warf nach Querelen entnervt das Handtuch: Ex-Soffin-Chef Merl

500 Milliarden für angeschlagene Banken

Der Soffin - die Abkürzung steht für "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" - verwaltet die Staatshilfen für angeschlagene Banken. Ziel der Einrichtung: Der Fonds soll helfen, Liquiditätsengpässe und damit die Vertrauenskrise im Finanzsystem zu überwinden. Insgesamt ist er ist mit knapp 500 Milliarden Euro ausgestattet und hat seinen Sitz in der deutschen Bankenmetropole Frankfurt am Main.

Kanzlerin Merkel musste ihn bitten

Rehm ist der Wunschkandidat der Bundesregierung. Dem Vernehmen nach soll er eine erste Anfrage von Finanzminister Peer Steinbrück noch abgelehnt haben; erst auf Bitte von Kanzlerin Angela Merkel soll der 66-Jährige zugestimmt haben, den Job zu übernehmen.

Bis Ende des vergangenen Jahres hatte Rehm die Norddeutsche Landesbank geleitet. Dabei hatte er sich den Ruf eines besonnenen Finanzmanagers erworben, der sich entgegen dem Trend nicht auf riskante Spekulationsgeschäfte einließ. In der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" führte er dazu aus: "Mache nur Geschäfte mit Produkten, die du verstehst, mit Kunden und auf Märkten, die du kennst."

Banken-Experte mit Lehrauftrag

Nach dem Wirtschaftsstudium kam der gebürtige Berliner 1974 nach Düsseldorf zur WestLB. 1987 wechselte Rehm als Hauptgeschäftsführer zum Verband öffentlicher Banken, später kümmerte er sich als Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes um den Aufbau des Sparkassenwesens in den neuen Bundesländern. 1993 schließlich wurde er in den Vorstand der NordLB berufen. Nebenbei besitzt er noch eine Honorarprofessur für "Kommunale Finanzwirtschaft" an der Universität Münster. (mm)

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