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Asien

Regime lässt erneut Proteste niederschlagen

Iranische Milizen und Polizisten sind nach Angaben von Oppositionellen mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vorgegangen. Diese wollten an die umstrittene Wiederwahl von Präsident Ahmadinedschad vor zwei Jahren erinnern.

Iranische Sicherheitskräfte (Archivfoto: pa/dpa)

Iranische Polizisten gingen gegen Regimegegner vor (Archivbild)

In der iranischen Hauptstadt Teheran ist es am Sonntag (12.06.2011) bei einer Demonstration von Regierungsgegnern offenbar erneut zu Zusammenstößen mit der Polizei und Milizen gekommen. Hunderte Demonstranten seien festgenommen worden, hieß es auf Internetseiten der Opposition. Die Sicherheitskräfte hätten Schlagstöcke und Elektro-Schocker eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben.

Zum Schweigemarsch aufgerufen

Nach Schilderungen von Augenzeugen waren am Sonntag in Teheran hunderte Polizisten aufmarschiert, um die versammelte Menge auseinanderzutreiben. Berichte von unabhängiger Seite gibt es nicht, weil die iranische Regierung ausländischen Medien jede Berichterstattung über Aktionen der Opposition verbietet.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (Foto: ISNA)

Mahmud Ahmadinedschad: Umstrittener Wahlsieg 2009

Bereits vor Tagen hatten Regierungsgegner im Internet anlässlich des zweiten Jahrestages der Präsidentenwahl zu stillen Protesten aufgerufen.

Nach Ansicht der Opposition wurde die Wahl am 12. Juni 2009 manipuliert, um einen Sieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad sicherzustellen. Die Führung in Teheran bezeichnet die Abstimmung dagegen als die beste seit der Revolution von 1979.

Protestbewegung brutal niedergeschlagen

Die umstrittene Präsidentenwahl hatte eine monatelange Protestwelle im ganzen Land ausgelöst. Die Bewegung wurde jedoch brutal niedergeschlagen. Zahlreiche Aktivisten und Reformpolitiker wurden in Massenprotesten abgeurteilt. Mehr als 100 Oppositionelle erhielten langjährige Gefängnisstrafen, acht Dissidenten wurden zum Tod verurteilt. Seit Februar dieses Jahres stehen die beiden Gegenkandidaten von Ahmadinedschad bei der Präsidentenwahl unter Hausarrest.

Archivbild des inhaftierten Dissidenten Hoda Saber (Foto: Rahesabz)

Der Dissident Hoda Saber starb nach einem Hungerstreik

Ein inhaftierter Dissident starb am Samstagabend nach einem Hungerstreik. Der Journalist Hoda Saber habe einen Herzinfarkt erlitten, berichtete die iranische Agentur ISNA.

Der 54-Jährige war seit August 2010 im Gefängnis. Er hatte seinen Hungerstreik vor zehn Tagen im Evin-Gefängnis von Teheran begonnen, um gegen den ungeklärten Tod einer Regimekritikerin zu protestieren.

Autorin: Ursula Kissel (rtr, dpa, dapd)
Redaktion: Michael Wehling

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