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Amerika

Regierungspartei zieht Célestin zurück

Eine Lösung der politischen Krise in Haiti ist in Sicht: Die Regierungspartei Inité nimmt ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl, Jude Célestin, aus dem Rennen. Damit könnte endlich die Stichwahl stattfinden.

Jude Célestin (Foto: dpa)

Umstritten: Jude Célestin

Im Streit um die Präsidentschaftswahl in Haiti lenkt die Regierungspartei von Präsident René Préval ein: Ihr umstrittener Kandidat Jude Célestin trete nicht mehr zur Stichwahl an, teilte die Partei Inité am Mittwoch (26.01.2011, Ortszeit) in der Hauptstadt Port-au-Prince in einer Erklärung mit.

Die Regierungspartei reagierte damit auf Vorwürfe, das Ergebnis des ersten Wahlgangs sei gefälscht worden. "Auch wenn wir sicher sind, dass Jude Célestin die notwendige Stimmenzahl erhalten hat und er daher zur zweiten Runde zugelassen ist, ist Inité einverstanden, ihn als Präsidentschaftskandidaten zurückzuziehen", heißt es in der Erklärung.

Gefälschtes Wahlergebnis

Michel Martelly (Foto: ap)

Michel Martelly hat wieder Chancen, Präsident zu werden

Célestin war im ersten Wahlgang Ende November auf den zweiten Platz gekommen. Das offizielle Wahlergebnis führte aber zu Protesten im Lande. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) stellte bei einer Überprüfung Wahlfälschungen fest und empfahl, nicht Célestin zur Stichwahl zuzulassen, sondern Michel Martelly, der auf den dritten Platz kam.

Mit dem Rückzug von Célestin ist nun der Weg frei für Martelly, in der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen die frühere First Lady Mirlande Manigat anzutreten, die den ersten Wahlgang klar gewonnen hatte.

Land in der Krise

Karte (DW-Grafik: Simone Hüls)

Ein Termin für die Stichwahl steht noch nicht fest, sie war wegen des Streits um das Wahlergebnis auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Die politische Krise ist für Haiti besonders bitter, da das Land mit den Folgen des verheerenden Erdbebens kämpft, das den Inselstaat vor einem Jahr erschüttert hatte.

Noch immer ist das Land auf internationale Hilfe angewiesen, um seine Bevölkerung zu ernähren. Vergangenen Herbst brach dann auch noch die Cholera aus. Zuletzt hatte die Rückkehr des früheren Diktators Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier aus dem Exil für Aufsehen gesorgt. Gegen ihn wird jetzt wegen Korruption und Veruntreuung ermittelt.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa)

Redaktion: Walter Lausch

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