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Aktuell Amerika

Regierungskandidat Moïse gewinnt erste Runde der Präsidentenwahl in Haiti

In Haiti kommt es zu einer Stichwahl um das Präsidentenamt: Gegen den Kandidaten der Regierungspartei, Jovenel Moïse, wird Jude Célestin antreten. Nach dem ersten Wahlgang hatten mehrere Teilnehmer von Betrug gesprochen.

Der Regierungskandidat Jovenel Moïse (Artikelbild) hat die erste Runde der Präsidentenwahl in Haiti gewonnen. In der entscheidenden Wahlrunde am 27. Dezember wird er dem Kandidaten Jude Célestin gegenüberstehen, wie die Wahlbehörden mitteilten. Beide erhielten im ersten Wahlgang am 25. Oktober die meisten Stimmen, verfehlten aber die nötige Mehrheit.

Moïse wird vom Lager des scheidenden Staatschefs Michel Martelly unterstützt, während Célestin der Partei des Ex-Präsidenten René Préval angehört. Célestin hatte 2011 knapp den Einzug in die Stichwahl verpasst.

Ein Wählerin bei der Abstimmung Ende Oktober in Port-au-Prince (Foto: Xinhua)

Ein Wählerin bei der Abstimmung Ende Oktober in Port-au-Prince

Bei der Wahl am 25. Oktober erhielt der 47-jährige Moïse nach Angaben der Wahlkommission knapp 33 Prozent der Stimmen, der sechs Jahre ältere Célestin kam demnach auf etwa 25 Prozent. Um die Nachfolge von Präsident Martelly hatten sich insgesamt 54 Kandidaten beworben, darunter viele der Öffentlichkeit völlig Unbekannte: Nur bei etwa einem Dutzend handelt es sich um ehemalige Abgeordnete oder um Parteiführer, und nur etwa eine Handvoll hatte ein Wahlprogramm veröffentlicht.

Parlament supendiert

Parallel zur Präsidentschaftswahl hatte in Haiti auch die zweite Runde der Parlamentswahl stattgefunden. Das haitianische Parlament ist seit Anfang des Jahres suspendiert, weil Neuwahlen immer wieder hinausgeschoben worden waren.

Wahlplakat in Port-au-Prince (Foto: Getty)

Wahlwerbung in Port-au-Prince

Wegen Unregelmäßigkeiten und Gewalt beim ersten Wahlgang im August musste die Abstimmung in zahlreichen Wahlkreisen des bitterarmen Karibikstaats wiederholt werden. Haiti kämpft immer noch mit den Folgen des schweren Erdbebens vom Januar 2010, bei dem mehr als 250.000 Menschen ums Leben kamen.

Beobachter warnten vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses vor möglichen Unruhen. In der Vergangenheit war es üblich, dass viele Kandidaten ihre Wahlniederlage nicht akzeptierten und ihre Anhänger auf die Straße schickten. Nach der Wahl hatten mehrere Kandidaten den Verdacht des Wahlbetrugs geäußert. Acht Präsidentschaftsanwärter forderten in einem Brief die Untersuchung der Abstimmung durch eine unabhängige Kommission.

stu/chr (afp, dpa)