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Wirtschaft

Regierung will tragfähiges Opel-Konzept

Die Bundesregierung hat Bedingungen für eine Übernahme des angeschlagenen Autobauers Opel durch den italienischen Fiat-Konzern gestellt. Am Montag wird Fiat-Boss Marchionne in Berlin erwartet.

Silhouette des Opel-Logos (Foto: dpa)

Sucht Investoren: Opel

"Jeder Interessent an Opel muss ein Konzept vorlegen, das langfristig trägt", sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der Zeitung "Bild am Sonntag" (03.05.2009).

Ziel: Erhalt aller Standorte

Fiat-Emblem (Foto: AP)

Will investieren: Fiat

"Das Konzept muss klar machen, dass die Opel-Standorte in Europa, die erhalten werden sollen, dadurch langfristig gesichert sind." Bereits am Samstag hatte Guttenberg erklärt, die Interessenten müssten nun "etwas vorlegen". Wichtig sei, "dass Zahlen kommen".

Auch Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier betonte, im Mittelpunkt müsse "der Erhalt aller Standorte und möglichst vieler Arbeitsplätze in Deutschland" stehen. Laut Medienberichten hat Steinmeier einen 14-Punkte-Katalog mit Kriterien aufgestellt, die ein Investor erfüllen muss, um den Zuschlag bei Opel zu erhalten. Opel sucht händeringend nach Investoren, um sich von seiner von der Insolvenz bedrohten Mutter General Motors (GM) zu lösen. Die Bundesregierung hat Kredithilfen zugesagt.

Karl-Theodor zu Guttenberg (Foto: AP)

Karl-Theodor zu Guttenberg

Spitzentreffen in Berlin

Am Montag will Fiat-Chef Sergio Marchionne in Berlin mit Guttenberg und Steinmeier verhandeln, wie deren Ministerien bestätigten. Guttenberg bekräftigte, die Bundesregierung habe keine Präferenz für einen der Opel-Interessenten. Durch Vorfestlegungen würde die Position des Unternehmens geschwächt. Die Bundesregierung gehe daher "völlig offen in die Gespräche."

Fiat oder Magna?

Neben Fiat gilt der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna als Kandidat für einen Einstieg bei Opel. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, hat Fiat in einem ersten Angebot weniger als eine Milliarde Euro für Opel geboten, was aus Sicht der Opel-Mutter GM aber deutlich zu wenig sei. Ob Fiat nachbessere, sei unklar.

Betriebsrat hat Bedenken

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz bekräftigte seine Skepsis gegenüber einem Fiat-Einstieg. Bei einem Treffen mit Marchionne werde er die Interessen der europäischen Opel-Mitarbeiter klar zum Ausdruck bringen, kündigte Franz an. Nach dem Einstieg von Fiat beim insolventen US-Autobauer Chrysler sieht er sich mit seinen Bedenken gegenüber dem italienischen Konzern bestätigt. Ein Engagement Fiats bei Opel wäre ein "industrielles Sanierungskonzept mit deutschen Steuergeldern", sagte Franz. Zugleich betonte er: "Wir stehen Fiat nicht feindlich gegenüber." (wa/se/rtr/dpa/afp/ap)

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