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Asien

Regierung war nach Kundus sofort informiert

Das Auswärtige Amt hat direkt nach dem umstrittenen Luftangriff von Kundus Informationen über Tote und Verletzte gehabt. Das geht aus einem Gesprächsprotokoll hervor, aus dem das ARD-Fernsehen zitiert hat.

Ein bewaffneter Bundeswehrsoldat bewacht eine Straße, im Hintergrund gepanzerte Fahrzeuge und weitere Soldaten (Foto: AP)

Bundeswehrsoldaten bewachen einen Tag nach dem Anschlag den Angriffsort

Schon am Tag des Angriffs in Kundus auf zwei entführte Tanklaster am 04. September hatte das Auswärtige Amt Hinweise auf zivile Opfer. Diese Information stützt sich auf ein Gesprächsprotokoll des Bundeswehr-Wiederaufbauteams Kundus, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt und dort am Sonntagabend (20.12.2009) ausgestrahlt wurde.

Die Besprechung, die mit dem Titel "Informationszusammenfassung CAS" (Close Air Support - Luftnahunterstützung) überschrieben ist, fand demnach am 4. September zwischen 14.45 Uhr und 15.30 Uhr statt. Daran nahm auch der Vertreter des Auswärtigen Amtes im Wiederaufbauteam Kundus, Burkhard Ducoffre, teil.

Direkte Informationen vom Angriffsort

Soldaten untersuchen das ausgebrannte Wrack (Foto: AP)

Mindestens 14 Zivilisten sollen bei dem Tanklaster gewesen sein, als die NATO angriff

Inhalt des Gespräches waren Informationen, die Bundeswehrsoldaten gewonnen hatten, nachdem Sie den Ort des Luftangriffes untersucht hatten. Zu diesem Zeitpunkt gab es konkrete Hinweise auf 14 getötete und sieben verwundete Zivilisten. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios meldete Ducoffre diese Erkenntnisse in zwei Berichten nach Berlin. Der damalige Bundesaußenminister und jetzige SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte bislang immer erklärt, er habe lange Zeit nur unklare Informationen über zivile Opfer gehabt.

Guttenberg will mit Taliban reden

Bewaffnete und vermummte Taliban im Gespräch mit einem Journalisten (Foto: dpa)

Potentielle Gesprächspartner?

Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg hat sich unterdessen offen für Gespräche mit den Taliban in Afghanistan ausgesprochen. Er sei dafür, offene Kommunikationskanäle zu Volksgruppen und Stämmen zu halten, solange man sich damit nicht selbst eine Falle stelle, so Guttenberg in einem Bericht der "Welt am Sonntag".

Noch keine Truppenaufstockung aus Deutschland

Den Wunsch des US-Präsidenten Barack Obama, mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken, will der deutsche Verteidigungsminister nicht widerspruchslos übernehmen. Er fordert zunächst eine neue Strategie, bevor über die Aufstockung des Afghanistan-Kontingents nachgedacht werde. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte darauf hingewiesen, dass Deutschland erst nach der Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London entscheiden will, ob mehr Soldaten an den Hindukusch geschickt werden sollen.

Bei Kämpfen in Afghanistan sind derweil 21 Aufständische getötet worden. In der nördlichen Provinz Kundus töteten die afghanischen Streitkräfte am Sonntag sieben Militante, wie das Verteidigungsministerium am Montag in Kabul mitteilte. Ebenfalls am Sonntag griffen NATO-Truppen und die afghanischen Streitkräfte in der südlichen Provinz Helmand eine Stellung Aufständischer an. Dabei wurden acht mutmaßliche Kämpfer der Taliban getötet. Bei einem Einsatz in der östlichen Provinz Ghasni wurden den Angaben zufolge weitere sechs Aufständische getötet. Das Ministerium machte keine Angaben zu Verletzten oder Toten auf Seiten der Streitkräfte oder der NATO-Truppen.

Autorin: Sabine Faber (afp, ap)

Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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