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Welt

Regierung sieht Kernschmelze-Gefahr gebannt

Vorsichtiges Aufatmen am Katastrophenreaktor: Die Gefahr einer vollständigen Kernschmelze ist nach Einschätzung der japanischen Regierung derzeit weitgehend gebannt. Probleme bereitet weiterhin das verstrahlte Wasser.

Roboter im Inneren des Unglücksreaktors (Foto: AP)

Roboter im Inneren des Unglücksreaktors

Die andauernde Kühlung der Reaktoren im zerstörten Kraftwerk Fukushima zeige zumindest eine gewisse Wirkung, sagte Japans Regierungssprecher Yukio Edano. Deshalb sei die Gefahr einer kompletten Kernschmelze derzeit gering: "Wenn wir die Kühlung aufrechterhalten, ist so etwas unwahrscheinlich."

Kampf gegen radioaktiv verseuchtes Wasser

Eines der größten Probleme ist im Moment das verstrahlte Wasser in den Reaktorblöcken. Arbeiter hätten inzwischen damit begonnen, hoch radioaktiv verseuchtes Wasser aus dem Gebäude von Reaktor 2 abzupumpen, teilte die japanische Atomsicherheitsbehörde am Dienstag (19.04.2011) mit.

Zehntausende Tonnen Wasser sollen in eine Aufbereitungsanlage gepumpt werden. Dort sollen ihm Salz und radioaktive Substanzen entzogen werden. Dieser Schritt sei notwendig, so heißt es, um später die Kühlsysteme des Reaktors wieder in Gang bringen zu können.

Japans Regierungssprecher Edano mit anderen Männern in Schutzanzügen (Foto: AP)

Regierungssprecher Edano war am Wochenende in das Katastrophengebiet gereist

Zwischenlager auf dem Meer

Knappe zwei Monate dürfte es dauern, bis das gesamte verstrahlte Wasser zumindest aus einem Reaktorblock abgepumpt ist. Denn insgesamt befinden sich in Reaktor 2 nach Schätzung des Kraftwerkbetreibers Tepco rund 25.000 Tonnen Wasser. Pro Tag könnten davon etwa 480 Tonnen abgepumpt werden, berichten japanische Medien.

Weitere rund 42.500 Tonnen an relativ gering verstrahltem Wasser sollen sich zudem in den Reaktoren 1 und 3 befinden. Sie sollen in Behelfstanks sowie einem 10.000 Tonnen Wasser fassenden Tank zwischengelagert werden, der auf dem Meer schwimmt. Die Arbeiter setzen ihre Vorbereitungen dafür derzeit fort.

Das Abpumpen ist ein erster Schritt, um die Kontrolle über den Katastrophenreaktor zurückzugewinnen. Nach dem Krisenfahrplan, den Kraftwerksbetreiber Tepco am Wochenende vorgelegt hat, wird es bis zu neun Monate dauern, bis alle Reaktorblöcke in Fukushima stabilisiert werden können. Skeptiker zweifeln diesen Zeitplan allerdings an.

Autor: Frank Wörner (dpa, afp, dapd)
Redaktion: Thomas Grimmer

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