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Aktuell Afrika

Regierung im Südsudan zu Gesprächen mit Rebellen bereit

Im Südsudan toben seit sechs Monaten Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Nun ist US-Außenminister John Kerry überraschend in das Land gereist und hat die Konfliktparteien zu einer Waffenruhe gedrängt.

US-Außenminister John Kerry teilte nach einem 90-minütigen Treffen mit dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir (Artikelbild) in der Hauptstadt Juba mit, dass der Präsident des Landes zu direkten Verhandlungen mit seinem entmachteten Vizepräsidenten und Rebellenführer Riek Machar über einen Waffenstillstand bereit sei. Die Gespräche sollen im benachbarten Äthiopien stattfinden und auf die Bildung einer Übergangsregierung zielen. Die äthiopische Regierung unter Premierminister Hailemariam Desalegn soll zwischen den Konfliktparteien vermitteln.

Auch Rebellführer möchte Dialog

John Kerry befindet sich derzeit auf einer mehrtägigen Reise in Afrika, und war zu einem unangekündigten Besuch in Juba eingetroffen. Nach seinen Angaben hat auch Rebellenführer Machar in direkte Gespräche eingewilligt. Sollten die Verhandlungen tatsächlich stattfinden, wäre es das erste Mal seit Ausbruch des Konfliktes Ende vergangenen Jahres, dass Riek Machar und Salva Kiir von Angesicht zu Angesicht über eine Beilegung der Krise beraten.

Seit Mitte Dezember liefern sich die beiden einen blutigen Machtkampf. Der Konflikt hat einen ethnischen Hintergrund, Salva Kiir gehört dem Dinka-Stamm an, Riek Machar der Nuer-Ethnie. Die Verhältnisse zwischen beiden Gruppen gelten seit Jahren als angespannt. Mittlerweile sind in den sechs Monaten, die der Konflikt anhält, tausende Menschen getötet worden. Mehr als eine Millionen Zivilsten sind auf der Flucht. US-Außenminister Kerry hatte vor seinem Besuch in Juba vor einem "Völkermord" gewarnt und Sanktionen angedroht, sollten die Konfliktparteien die Kämpfe nicht beenden.

zam/uh (afp, ap)