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Amerika

Regenwald-Rodung auf Tiefststand

Brasilien hat es geschafft: Die Regenwald-Abholzung im Amazonas ist um fast 50 Prozent zurückgegangen. Sie liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Naturschützer sprechen von einem Meilenstein.

Waldroden im Regenwald (Foto: ap)

Die Abholzung des Amazonas ist stark zurückgegangen

Immer noch wird gerodet, immer noch wird täglich ein einzigartiger Lebensraum zerstört. Zwischen Juli 2008 und Juli 2009 wurden im Amazonas-Gebiet rund 7000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet. Trotzdem feiern die Umweltschützer in Brasilien. Denn die Zahlen sind - so hoch sie auch klingen mögen - der historische Tiefstand in der Regenwald-Abholzung. Noch im Vorjahr wurde doppelt so viel gerodet - und vor fünf Jahren waren es 27.000 Quadratkilometer.

Amazonas (Foto: ap)

Wald bis zum Horizont: Für die einen schützenswerter Lebensraum, für die anderen willkommene Rodungsfläche

Hoffnung für den Regenwald?

"Das sind äußerst ermutigende Nachrichten für die Umwelt", sagt Roberto Maldonado vom WWF. "Die neusten Zahlen können ein Meilenstein bei der Rettung des Regenwaldes sein."

Brasilien könne sehr stolz auf diese Entwicklung sein, erklärte auch die brasilianische Präsidialsamtsministerin Dilma Rousseff. Sie wird bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen die brasilianische Delegation leiten.

Schärfere Gesetze

Als Grund für diesen massiven Rückgang in der Abholzung nannte Rousseff schärfere Kontrollen und Gesetze. Nationalparke und ausgewiesene Schutzgebiete würden zusätzlich das Schlimmste verhindern.

So sei im WWF-Projektgebiet im Nationalpark Juruena im Bundesstaat Mato Grosso ein besonderer Erfolg zu verzeichnen, sagte WWF: Die Entwaldungsrate konnte in fünf Jahren von 12.000 Quadratkilometern auf 1000 gesenkt werden.

Noch keine Entwarnung

Holzstämme (Foto: ap)

Völlig gestoppt ist die Abholzung noch lange nicht

Entwarnung gebe es aber noch längst nicht, warnt WWF-Experte Roberto Maldonado: "Niemand darf sich auf diesen guten Zahlen ausruhen." Der Schutz des Amazonas müsse mit allen Kräften weiter betrieben werden. Die brasilianische Agrarlobby hatte in den vergangenen Monaten mehrmals versucht, Schutzgesetze wieder auszuhebeln.

Autorin: Anna Kuhn-Osius (mit dpa, ap, afp, rtr)

Redaktion: Oliver Pieper