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Asien

Regen behindert Rettungskräfte in China

Bei den schweren Unwettern und Erdrutschen in China sind mehr als 1.100 Menschen ums Leben gekommen, über 600 werden noch vermisst. Ein Ende des Regens ist nicht in Sicht, Experten befürchten weitere Schlammlawinen.

Erdrutsch im nordwestchinesischen Zhouqu (Foto:ap)

Zhouqu in Chinas Provinz Gansu wurde von den Erdrutschen besonders schwer getroffen

Chinesische Rettungskräfte kämpfen derzeit gegen die schlimmsten Fluten der vergangenen zehn Jahre. Erdrutsche und Überschwemmungen rissen nach aktuellen Behördenangaben bislang mehr als 1.150 Menschen in den Tod. Bei neuen schweren Regenfällen starben nach offiziellen Angaben vom Freitag (13.08.2010) unweit des Katastrophengebiets mindestens 33 Menschen. Weitere 500 wurden in der bergigen Region Mianzhu in der Provinz Sichuan durch die schweren Niederschläge eingeschlossen.

Kein Ende des Regens in Sicht

Die Rettungsarbeiten dauerten an, würden aber durch die neuen Regenfälle erschwert, erklärte eine Bezirksvertreterin der Stadt Zhouqu, die besonders schwer von den Niederschlägen und Erdrutschen betroffen war. Allein in der Nacht zu Donnerstag hatte es vier Stunden lang geregnet. Dadurch habe sich eine der Hauptstraßen Zhouqus in einen Fluss verwandelt, Zelte der Armee seien überschwemmt worden. Die Behörden rechnen vorerst nicht mit Wetterbesserung. Vielerorts seien Krankenhäuser zerstört und Straßen unpassierbar.

Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Verschütteten (Foto:ap)

Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Verschütteten, doch die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, wird von Tag zu Tag geringer

Unterdessen schwinden die Hoffnungen, Überlebende zu finden. Zuletzt wurde am Mittwoch ein 50-jähriger Mann aus einem überfluteten Hotel gerettet, in dem er drei Tage lang verschüttet gewesen war. Hunderte Menschen werden jedoch noch immer unter den Geröllmassen des Erdrutsches vermutet, der eine breite Schneise der Verwüstung in die 130.000-Einwohner-Stadt geschlagen hatte. Rund 45.000 Einwohner der Stadt wurden von den Rettungskräften bisher evakuiert, weitere Zehntausende konnten sich selbst in Sicherheit bringen, doch fehlen ihnen jetzt Nahrungsmittel, Medizin und sauberes Trinkwasser.

Angst vor Seuchen

Chinas Premierminister Wen Jiabao verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Lage (Foto:ap)

Chinas Premierminister Wen Jiabao verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Lage

Insgesamt sind allein im verschütteten Zhouqu mehr als 10.000 Rettungskräfte im Einsatz. In einem Wettlauf mit der Zeit versuchten Bergungsmannschaften und Soldaten, noch vor dem Durchzug des bereits angekündigten Taifuns "Dianmu" Schlamm- und Gerölllawinen abzutragen. Auch Chinas Premierminister Wen Jiabao reiste in die Provinzstadt, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen und den Angehörigen der Opfer sein Beileid auszusprechen.

Aufgrund der schlechten Versorgungslage fürchten die Behörden nun das Ausbrechen von Seuchen. In Hundertschaften wurde medizinisches Fachpersonal in die Region geschickt, um einen Ausbruch von Cholera oder anderen Epidemien zu verhindern. Unterdessen sagten chinesische Meteorologen weitere heftige Regenfälle für die nächsten Tage voraus. Damit steige auch das Risiko für neue Erdrutsche in der Region.

Autor: Thomas Latschan (afp, ap, rtr)
Redaktion: Esther Broders/Frank Wörner