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Sport-News

Regel-Revolution in der Formel 1

Die Königsklasse des Motorsports steckt in der Krise. Ab 2017 will die Formel 1 nun mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog wieder aufregender werden. Bis zur tatsächlichen Umsetzung ist es jedoch noch ein weiter Weg.

Aggressiver, lauter, schneller - im Kampf gegen ihre Krisensymptome plant die Formel 1 mal wieder Reformen. Nach einem mehrstündigen Treffen im englischen Biggin Hill vereinbarte die sogenannte Strategiegruppe mehrere Neuerungen ab der Saison 2017. So sollen Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. in zwei Jahren wieder zum Nachtanken an die Box fahren - das gab es zuletzt in der Saison 2009. Zudem wünschen sich die Top-Teams lautere Motoren mit mehr Power sowie ein "aggressiveres Aussehen" der Rennwagen, hieß es in der Mitteilung der Strategiegruppe. Zudem sollen die Boliden deutlich leichter werden. So könnten die Wagen "fünf bis sechs Sekunden" pro Runde schneller werden.

Ecclestone unterstützt die neuen Ideen und hofft auf mehr Spektakel

Ecclestone unterstützt die neuen Ideen und hofft auf mehr Spektakel

Der einstige Zuschauermagnet ist zu Reformen dringend angehalten. Schließlich ist die Hälfte der Teams finanziell in Not, im alten Kernmarkt Europa ist das Interesse gesunken und Betreiber einiger Traditionsstrecken können sich die Antrittsgebühren für den Formel-1-Zirkus eigentlich nicht mehr leisten. Besonders freuen dürften die angekündigten Reformen Ex-Weltmeister Vettel, der als einer der größten Kritiker der "modernen" Formel 1 gilt und sich wieder Lärm, Gestank und bebenden Asphalt wünscht. Auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sagte angesichts sinkender TV-Quoten und der Dominanz von Mercedes zuletzt: "Die Regeln sind Müll. Wir müssen spektakulären Sport bieten, keinen Vorreiter in der Automobil-Technologie spielen."

Kein fünfter Motor

Im neuen Maßnahmenpaket nicht enthalten ist der von Teams wie Red Bull gewünschte Einsatz eines fünften Motors. 2015 dürfen auch weiterhin nur vier Aggregate eingesetzt werden. Das Tempo der Rennwagen soll der Strategiegruppe zufolge - in der neben dem Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes FIA Jean Todt auch Ecclestone und sechs Teams vertreten sind - durch Fortentwicklungen in der Aerodynamik, breitere Reifen und eine Reduzierung des Wagengewichts erreicht werden.

Bis zu tatsächlichen Änderungen ist es aber noch ein weiter Weg. Jede angedachte Reform wird von der Strategiegruppe erst noch zur Abstimmung vorgelegt. Zunächst bewertet die Formel-1-Kommission die Vorschläge. In ihr sitzen neben den weiteren Teams unter anderem auch Sponsoren. Anschließend hat der Weltrat das Votum. Das nächste Treffen soll im Juli in Mexiko stattfinden.

tk/ck (sid, dpa)