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Welthandel

Reederei-Riese Hanjin am Ende

Der einstmals siebtgrößte Reeder der Welt wird aufgelöst. Ein Gericht in Seoul läßt die südkoreanische Container-Reederei nach ihrer Insolvenz endgültig abwickeln.

Hanjin war die größte Reederei Südkoreas. Nun kommt das Bezirksgericht in Seoul zu dem Schluss, das Unternehmen sei offiziell pleite. Eine Sanierung ist damit gescheitert. Die Reederei hatte einen gigantischen Schuldenberg angehäuft. Beim Antrag auf Gläubigerschutz im vergangenen August wurden die Schulden mit 5,05 Milliarden Euro beziffert.

In den vergangenen Monaten hatte Hanjin viele Vermögensteile verkauft, um die Gläubiger bedienen zu können. Darunter waren auch wichtige Frachtrouten. Die meisten der 1.500 Mitarbeiter wurden entlassen. Das reichte aber nicht für eine Sanierung. Anfang des Monats stellte das Gericht in Seoul fest, eine Abwicklung von Hanjin werde mehr bringen als der Weiterbetrieb.

Überkapazitäten und Fehler

"Wir werden versuchen sicherzustellen, dass der Insolvenzprozess es dem Unternehmen ermöglicht, Schulden bei allen Gläubigern in einer fairen und angemessenen Weise zurückzuzahlen", teilte das Gericht am Freitag mit. An der Börse in Seoul wurde der Handel mit Hanjin-Aktien ausgesetzt.

Hamburg Containerschiff Hanjin Europe (Imago/Hoch Zwei Stock/Angerer)

Hanjin, einstmals mit 141 Schiffen unterwegs - hier im Hamburger Hafen

Der Reederei war bereits im letzten Jahr in Schifffahrtskreisen kaum eine Chance eingeräumt worden. Der Markt mit Containerschiffen ist weltweit durch Überkapazitäten geprägt. Das drückt auf die Frachtraten. Der Niedergang von Hanjin wurde durch den Rückgang des Welthandels und das schwächelnde Wachstum in China beschleunigt. Allerdings bemängelten Marktbeobachter auch Managementfehler bei Hanjin. Nun ist die größte Pleite im Seetransportwesen perfekt.

Die Insolvenz hatte anfangs weltweit bei Schiffseignern, Häfen und Händlern große Unsicherheit ausgelöst. Zahlreiche der von Hanjin betriebenen 141 Schiffe mussten auf offener See warten, weil ihnen die Zufahrt zu Häfen verweigert wurde. Waren mit Millionenwerten lagen blockiert in den Schiffen.

ar/zdh (dpa, afp)

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