1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Welt

REDD - Geld für Walderhalt statt Abholzung

Das Abholzen zerstört den Lebensraum für Tier- und Pflanzarten, trägt auch zum Treibhauseffekt bei. Umso erstaunlicher, dass die Wälder bisher in den UN-Klimaabkommen keine Rolle spielen. Das soll sich nun ändern.

Wald in Deutschland (Foto: picture-alliance)

Waldschutz ist Thema auf dem Klimagipfel in Kopenhagen

REDD heißt das Stichwort, eine der vielen technischen Abkürzungen aus dem Jargon der UN-Klimaverhandlungen. Es bedeutet so viel wie Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation). Dahinter steckt, grob gesagt, die Idee, dass in Zukunft die Waldbesitzer dafür entlohnt werden sollen, dass sie ihre Bäume nicht abholzen und so das Klima schützen.

Waldschutz gilt als eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, das Klima zu schützen. Deutlich günstiger beispielsweise als Strom aus Kohle- und Gas-Kraftwerke durch Strom aus Solarzellen zu ersetzen. David Huberman von der Internationalen Naturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature): "REDD ist vor allem sehr kosteneffektiv. Die Kosten, die an die Landnutzer bezahlt werden müssten, wären zu einem Preis von fünf Dollar pro Tonne Kohlendioxid wettbewerbsfähig." Und das liegt deutlich unter dem aktuellen Marktpreis von Emissionsrechten.

Waldschutz - ein bisher vernachlässigstes Thema

Delegierte laufen außerhalb des Plenarsaals des Klimagipfels in Kopenhagen (Foto: AP)

Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen wird endlich über Waldschutz geredet

Problem bisher: Nach den Regeln des Kyoto-Protokolls nützt es nichts, Wälder zu schützen und so Klimaschutz zu betreiben. Waldschutz wurde bisher aus den Klimaabkommen praktisch ausgeklammert.

In Kopenhagen nun liegt ein Verhandlungspapier auf dem Tisch, mit dem die Wälder in das Klimaabkommen integriert werden sollen. Weniger Tage vor dem Ende der Klimakonferenz sind aber noch so gut wie alle Punkte des Verhandlungstextes offen.

Indonesien und Brasilien leiden besonders

Für zwei Länder, Indonesien und Brasilien, ist es besonders wichtig, dass in Kopenhagen REDD und damit der Waldschutz auf den Weg gebracht werden. Beide, Indonesien und Brasilien, gehören zu den fünf größten Treibhausgasverursachern der Welt, weil ihre Wälder niedergebrannt werden. Nur aufgrund der Abholzung stoßen beide Länder jährlich über drei Gigatonnen Kohlendioxid aus - mehr als alle Staaten Afrikas zusammen zum Klimawandel beitragen!

Waldzerstörung auf Sumatra (Foto: AP)

Waldzerstörung auf Sumatra

Indonesien und Brasilien haben ein großes Interesse, mehr Geld aus den Industrieländern zu bekommen, damit es wirtschaftlich wird, die Wälder zu schützen. Erfolgreiche Tests gibt es bereits jetzt in Brasilien, wo mit einem Fonds von einer Milliarde US-Dollar aus Norwegen Waldbesitzer im Amazonas dafür entlohnt werden, nicht abzuholzen.

Carlos Minc, der brasilianische Umweltminister, wirbt in Kopenhagen daher für REDD: "Brasilien unterstützt REDD. Wir akzeptieren REDD als ergänzenden Marktmechanismus. Er kann anstelle von eigenen Emissionsverringerungen eingesetzt werden, das muss aber immer ergänzend sein."

Die Sorgen der Brasilianer

Braslianische Umweltschützer beschlagnahmen illegal gefällte Holzstämme (Foto: Umweltbundesamt Brasilien)

Braslianische Umweltschützer beschlagnahmen illegal gefällte Holzstämme

Die Brasilianer befürchten, dass sich die Industrieländer mit dem Waldschutz im Süden davon freikaufen, die Treibhausgas-Emissionen in den eigenen Ländern zu verringern. Daher soll der Ausgleich durch den Waldschutz auf einen bestimmten Prozentsatz der Emissionsziele begrenzt werden. Brasilien denkt dabei an 10 bis maximal 15 Prozent, damit sich die reichen Länder nicht komplett freikaufen können.

Steward Maginnis von der Internationalen Naturschutzunion IUCN hofft darauf, dass in Kopenhagen der Einstieg in den Waldschutz gelingt. Er sagt: "Wenn wir ein grundlegendes, rechtliches Abkommen bekommen und gute Signale von Kopenhagen ausgesandt werden, dann wird das wie ein Katalysator wirken, um die Dinge voranzubekommen."

Damit Kopenhagen ein Erfolg in Sachen Waldschutz wird, müssen aber bis zum letzten Konferenztag Freitag (18.12.) die zahlreichen noch offenen Fragen zum Thema REDD geklärt werden.

Autor: Johannes Beck
Redaktion: Zhang Danhong

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema