Red Bull setzt auf PS aus Frankreich | Sport-News | DW | 04.12.2015
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Sport-News

Red Bull setzt auf PS aus Frankreich

Der Formel 1-Rennstall Red Bull setzt in der kommenden Saison weiter auf modifizierte Motoren von Renault. Aus Marketinggründen sichert sich allerdings ein Uhrenhersteller die Namensrechte des Aggregats.

"Schweizer Ingenieurskunst füllt die Lücke in der kommenden Saison", schreibt der Formel 1-Rennstall via Twitter nebst einem Bild, auf dem vier Techniker in das mit einem stilisierten Uhrwerk gefüllte Herz eines Red-Bull-Boliden schauen. Will heißen: Das Team fährt in der kommenden Saison mit TAG-Antrieben.

"TAG Heuer ist eine Ikone der Formel 1 und wir sind sehr glücklich, dass wir mit dieser Marke zusammenarbeiten können", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Natürlich wird die Marke, die vor allem für ihre Uhren bekannt ist, die komplizierte Antriebseinheit inklusive Energie-Rückgewinnungssystem nicht selber bauen. Die Basis für den Motor liefert weiter Renault.


Ilmor soll Renault-Antrieb verfeinern

Weil die Franzosen mit der Übernahme von Lotus ein spektakuläres Comeback als Werksteam feiern werden, benennt Red Bull aus Marketing-Gründen den Namen des Motors einfach um. Und so ganz vertraut das Team dem Lieferanten Renault nach der abgelaufenen Pleiten-Saison, die fast zum Formel-1-Ausstieg geführt hätte, natürlich auch nicht. Der Antrieb für 2016 wird in der privaten Motorenschmiede Ilmor weiterentwickelt.

"Wir sind auch sehr zufrieden, dass sich Renault dazu entschlossen hat, dem Formel-1-Sport treu zu bleiben", sagte Horner und holte zum Seitenhieb aus: "Ihre Zusammenarbeit mit der Firma Ilmor gibt uns Vertrauen in die Zukunft." Die Kooperation ist zunächst auf ein Jahr beschränkt, für 2017 ist bei Red Bull weiter alles offen. Das Schwesterteam Toro Rosso fährt 2016 wohl mit alten Ferrari-Antrieben.

TAG Heuer bereits früher in der Formel 1 präsent

Bereits in den 80er Jahren wurden Motoren in der Formel 1 nach TAG benannt. Die Firma hatte bei Porsche Turbo-Antriebe finanziert, mit denen Niki Lauda und Alain Prost im McLaren zu fünf WM-Titeln fuhren. Lauda wurde 1984 mit dem "TAG made by Porsche" Weltmeister, Prost holte die Titel 1985 und 1986. Zudem gewann McLaren 1984 und 1985 den Konstrukteurs-Titel.

Wenige Stunden vor der Red-Bull-Bekanntgabe hatte Renault endlich den Kauf von Lotus perfekt gemacht. Neben Mercedes und Ferrari wird im März in Melbourne also ein drittes Werksteam an den Start gehen. Und die Franzosen wollen unbedingt an die alten Erfolge anknüpfen. "Unser Ziel ist es zu gewinnen, auch wenn es ein bisschen dauern wird", sagte Renault-Chef Carlos Ghosn. 2005 und 2006 hatte Fernando Alonso für die Marke die Titel in der Fahrer- und Hersteller-WM geholt.

jk/sn (sid,dpa)

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