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Aktuell Deutschland

Rechtsradikale und ihre Gegner demonstrieren in Berlin

Der angekündigte große Aufzug von Rechten bleibt in der Hauptstadt aus. Deutlich mehr Menschen beteiligen sich an Gegendemonstrationen. Zu größeren Zusammenstößen kommt es nicht.

Tausende Menschen haben in der Berliner Innenstadt gegen einen Aufzug rechtsradikaler Gruppen protestiert. Nach Schätzungen der Polizei schlossen sich rund 7500 Menschen zwei Gegenkundgebungen an, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu setzen.

Aufmarsch von rund 1000 Rechten

Die Demonstration der Rechtsextremen durch das Berliner Regierungsviertel war von Enrico Stubbe, einem Vorstandsmitglied der nationalistischen Partei "Bürgerbewegung Pro Deutschland", angemeldet worden. An einer von Stubbe organisierten Demonstration im März hatten sich überraschend bis zu 3000 Menschen beteiligt, weshalb die Veranstalter gehofft hatten, dass ihre Bewegung weiter anwächst.Nach Polizeiangaben folgten aber nur rund 1000 Rechte dem Demonstrationsaufruf.

Die Polizei war mit 1700 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz. Insgesamt seien die Demonstrationen weitgehend störungsfrei verlaufen, teilte ein Polizeisprecher mit. Kurze Zeit sei die Stimmung aber sehr aggressiv gewesen. Ein Teilnehmer der Rechten-Demo habe den flüchtlingspolitischen Sprecher der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, Hakan Tas, angegriffen. Aus den Reihen der Gegendemonstranten seien Flaschen geworfen worden, als sie versuchten, Polizeiabsperrungen in Richtung des Rechten-Aufzugs zu überwinden, berichtete der Polizeisprecher.

Dank des Bürgermeisters

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller dankte allen, die friedlich gegen den Rechten-Aufmarsch protestierten. Den Berlinern sei es gelungen, ein sichtbares Zeichen gegen Intoleranz und Ausgrenzung zu setzen, das weit über die Stadt hinaus strahle. "Viele Menschen wollten dem rechten Mob und den Spaltern der Stadt in keinem Fall die Straße überlassen", sagte der SPD-Politiker.

An der Demonstration "Für ein solidarisches Berlin" nahmen nach Polizeiangaben rund 4500 Menschen teil. Die Veranstalter sprachen von bis zu 12.000 Demonstranten. Am "Spaziergang für Weltoffenheit und Toleranz" der evangelischen Kirche zum Gendarmenmarkt beteiligten sich weitere rund 3000 Menschen..

Rechtsradikale im Berliner Regierungsviertel (Foto: Reuters)

Rechtsradikale im Berliner Regierungsviertel

Auch Hitler-Fans dabei

Bei der Rechten-Demonstration war fast die gesamte Bandbreite der rechtsextremen Szene vertreten: die neu-rechte "Identitäre Bewegung", die rechtsradikale Partei "Der III. Weg", Reichsbürger, Hooligans und Rechtsautonome. Viele Demonstranten gaben sich keine Mühe, ihre Gesinnung zu kaschieren. So war auf einem T-Shirt zu lesen: "Adolf war ein Guter".

wl/ust (dpa, afp)