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Politik

Rechtsfreier Raum

Russland ist in Sachen Irak entschiedener Kriegsgegner. Doch im eigenen Land brennt es noch immer lichterloh. Schlecht für Putins Glaubwürdigkeit, meint DW-Korrespondent Christoph Wanner.

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Präsident Putin will der Welt zeigen, dass er eine politische Lösung in der Kaukasusrepublik gefunden hat. Ein Referendum, Demokratie, Verfassung, und später Wahlen, viele große Worte. Die Kremlstrategen wollen der Presse allerdings von dem neuen Weg möglichst wenig zeigen. Klar, weil es ihn ja bisher auch nur auf dem Papier gibt.

Die Lage in Tschetschenien ist nach wie vor chaotisch. Anschläge der Rebellen, Vergeltungsaktionen der Armee. Waffenhandel und Korruption. Eigentlich ist die kleine russische Teilrepublik ein ziemlich rechtsfreier Raum. Das Vertrauen der meisten Tschetschenen in das Referendum, die Verfassung und das versprochene neue Leben ist deswegen gering.

Gier und Generäle

Wenn das jetzt auch noch durch die Weltpresse geht, ist Putins Traum vom Image des Friedensmachers dahin. Also gibt es Auflagen. Wenn Du als ausländischer Reporter keinen Ärger willst, dann schließe dich den Reisegruppen des Kremls an. Die schaffen jetzt zum Referendum wieder Dutzende Reporter nach Grosny. Ziel der Reise ist, möglichst schnell wieder zu verschwinden, ohne von den Rebellen attackiert zu werden. Allein das zeigt, wie weit Tschetschenien vom Frieden und Gewaltlosigkeit wirklich weg ist. Und für Putin wird es schwer die Welt von etwas anderem zu überzeugen.

Referendum hin oder her. Auf die großen Worte müssen Taten folgen. Und da haben vor allem die Tschetschenen ihre Zweifel. Viele sagen, erst wenn die Gier einiger Generäle und Feldkommandeure gestoppt wird, kann es Frieden geben. Noch allerdings würden munter Geschäfte gemacht.