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Politik & Gesellschaft

Rechtsextreme sorgen für Angst unter Roma

Angst vor Rechtsextremen in Ungarn: Die Polizei hat Anhänger einer radikalen Gruppe gefasst, die ein paramilitärisches Lager errichtet hatten. Zunächst hieß es, 300 Roma seien vor den Rechten in Schutz genommen worden.

Roma in Bussen (Foto: AP)

Die Roma verlassen den Ort

Der Vorfall ereignete sich in der Ortschaft Gyöngyöspata. Dort hatte die Organisation Vedero (übersetzt: Verteidigungsmacht) ein Trainingslager aufgebaut und damit Angst unter der dortigen Roma-Bevölkerung geschürt. Innenminister Sandor Pinter teilte mit, acht von 20 Teilnehmern an dem Camp seien festgenommen worden. Der Anführer der Gruppe wurde in Handschellen abgeführt.

Polizeieinheiten am Lager der Rechtsextremisten (Foto: AP)

Die Polizei griff ein

In Gyöngyöspata waren Mitglieder von Bürgerwehren in Tarnkleidung und schweren Stiefeln bereits in der vergangenen Woche Patrouille gelaufen. Auch in anderen Gemeinden im Osten Ungarns mit großer Roma-Bevölkerung zeigten die Bürgerwehren Präsenz. Nach eigener Darstellung wollten sie die Nicht-Roma-Bevölkerung vor "Zigeuner-Verbrechen" schützen.

Nur ein Oster-Ausflug?

Die Regierung in Budapest bestritt allerdings Berichte ungarischer Medien, wonach knapp 300 Roma aus Gyöngyöspata aus Angst vor den Rechtsextremisten vom Roten Kreuz in Sicherheit gebracht worden seien. Es habe sich vielmehr um einen seit längerem geplanten Oster-Ausflug gehandelt. Das Rote Kreuz bestätigte diese Darstellung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Mitglieder der Gruppe Vedero (Foto: AP)

Mitglieder der rechtsextremen Gruppe

Janos Farkas, der Vorsitzende des örtlichen Romarats, sagte hingegen, es würden Auseinandersetzungen mit Mitgliedern von Vedero befürchtet. "Wir haben Angst und wir haben Grund dazu", sagte Farkas. "Seit fast zwei Monaten ist Gyöngyöspata praktisch ein Schlachtfeld." Farkas erklärte, Vedero-Mitglieder hätten den Roma Drohungen zugerufen. "Sie wollen die Roma hier einschüchtern." Mit fünf Bussen seien Frauen und Kinder an nicht genannte Orte in der Nähe des Plattensees gebracht worden.

Autor: Marko Langer (mit dpa, dapd)
Redaktion: Michael Wehling

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