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Europa

Rechtsextreme offenbar in Nordzypern festgesetzt

Mitglieder der rechten "Identitären Bewegung" wollten mit dem Schiff "C-Star" Flüchtlinge an der Überfahrt über das Mittelmeer hindern. Jetzt wurden die Anti-Flüchtlings-Aktivisten laut Medienberichten gestoppt.

C-Star - ehemals Suunta - Schiff mit Rechtsextremen (picture alliance/dpa/D. Hasenpusch)

Die "C-Star" noch unter ihrem alten Namen "Suunta" (Archivbild)

Der Kapitän der "C-Star" und sein Stellvertreter seien im Hafen von Famagusta in der Türkischen Republik Nordzypern festgenommen worden, berichtete die Zeitung "Kibris Postasi". Beide seien wegen gefälschter Unterlagen in Gewahrsam genommen worden. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. Medien verwiesen zudem auf Berichte in sozialen Netzwerken, denen zufolge die aus Sri Lanka stammende Besatzung "massiv bedrängt" wurde , Asyl in Zypern zu beantragen. Quelle ist ein Blog-Eintrag des französisch-griechischen Filmemachers und Philosophen Yannis Youlountas. An Bord des Schiffes befanden sich angeblich sechs Identitäre und die asiatische Crew.

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Rechte Aktion schon vor Beginn gescheitert?

Das Schiff war von Mitgliedern der rechtsextremen sogenannten Identitären Bewegung gechartert worden, um Flüchtlinge an der Überfahrt über das Mittelmeer zu hindern und die Arbeit privater Seenotretter zu behindern. Sie wollten von der "C-Star" aus die libysche Küstenwache auf Flüchtlingsboote aufmerksam machen, damit diese die Flüchtlinge zurück in das nordafrikanische Land bringt. Die Rechtsextremisten wollten damit gegen Nichtregierungsorganisationen protestieren, die Flüchtlinge nach Europa bringen. Jetzt haben die ultrarechten Aktivisten einen Teil ihrer Schiffsbesatzung verloren und hängen in Zypern fest.

Hinter der Aktion der Gruppe "Defend Europe" stehen deutsche, französische und italienische Mitglieder der "Identitären Bewegung", die in Deutschland wegen ihrer völkischen Ideologie vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Die Rechtsextremisten hatten Mitte Mai eine Kampagne im Internet gestartet und 76.000 Euro für die Anmietung eines Schiffs eingesammelt.

Die Aktion der rechten Aktivisten mit der "C-Star", die vormals unter dem Namen "Suunta" als finnisches  Forschungsschiff unterwegs war, sollte in Sizilien starten. In Catania sollten weitere Aktivisten an Bord kommen und das Schiff dann Kurs auf die libysche Küste nehmen. Aber bereits am Suezkanal wurde die "C-Star", die unter dschibutischer Flagge fährt, von den Behörden gestoppt. Dem Schiff sollen die nötigen Papiere gefehlt haben. Es durfte dann jedoch am Montag weiter in Richtung Mittelmeer starten. Unklar ist, was dann geschah und warum das Schiff nach Zypern gelangte.

"Identitäre" im Visier des Verfassungsschutzes

Die "Identitäre Bewegung" wurde in Frankreich gegründet und ist seit 2012 auch in Deutschland aktiv. In der Vergangenheit machte die Bewegung immer wieder mit Aktionen von sich reden. Im Sommer 2016 besetzte sie das Brandenburger Tor und enthüllte am Wahrzeichen der Hauptstadt Banner mit der Aufschrift: "Sichere Grenzen - Sichere Zukunft". Im Mai 2017 wollten Aktivisten ins Bundesjustizministerium eindringen.

Laut Verfassungsschutz lässt die Gruppe "Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung" erkennen. Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise habe sich die Bewegung zunehmend radikalisiert. Der Verfassungsschutz stellte die Bewegung 2016 unter Beobachtung.

qu/stu (afp, dpa, Berliner Morgenpost, Kurier)