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Aktuell Europa

Rechtsextreme machen Jagd auf Migranten in Patras

In Griechenland versuchen die erstarkten Rechtsextremisten, Vorbehalte in der Bevölkerung gegen die steigende Zahl von Migranten anzustacheln. In Patras kam es zu massiven Ausschreitungen.

Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die aus Rache am gewaltsamen Tod eines Griechen in der Nacht zum Mittwoch auf Ausländer losgehen wollten. Die Demonstranten hatten sich im westgriechischen Patras vor einer stillgelegten Fabrik versammelt, die von obdachlosen Migranten als Unterschlupf genutzt wird. Ziel des Mobs waren mehrere hundert Migranten, die in dem Komplex darauf warten, sich auf einer Fähre nach Italien verstecken zu können.

Aufgebrachte Mitglieder der rechtsextremistischen Partei "Chryssi Avgi " (Goldene Morgenröte) und Gesinnungsgenossen versuchten schließlich, mit einem Bagger die Absperrungen der Polizei vor der ehemaligen Textilfabrik zu durchbrechen. Die Protestierenden warfen Steine auf die Sicherheitskräfte, die sich schützend vor die Ausländer gestellt hatten. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Tränengas. Mülltonnen gingen in Flammen auf.

Wirtschaftskrise und Ausländerhass

Infolge der schwierigen wirtschaftlichen Lage im hochverschuldeten Griechenland hat sich die Zahl gewaltsamer Übergriffe gegen Ausländer in den vergangenen Monaten erhöht. Die Partei "Chryssi Avgi" war bei der Wahl vom 6. Mai erstmals ins Athener Parlament eingezogen. Sie erhielt fast sieben Prozent der Stimmen. Die Partei hatte angekündigt, sie wolle illegale Einwanderer aus Griechenland vertreiben.

Griechenland ist für viele illegale Einwanderer der erste Staat der Europäischen Union auf ihrer Reise in den Westen. Die EU-Regeln schreiben vor, dass Ausländer in dem EU-Mitgliedstaat Asyl beantragen müssen, in dem sie als erstes einreisen. Die Hafenstadt Patras ist ein Sammelpunkt für mehrere tausend Migranten, die hoffen, irgendwie weiter nach Italien gelangen zu können.

In den ersten drei Monaten 2012 wurden nach offiziellen Angaben mehr als 18.700 Flüchtlinge aufgegriffen. Fast 4000 stammen aus Afghanistan. In den vergangenen beiden Jahren waren mehr als 230.000 illegale Einwanderer abgefangen worden. Insgesamt leben in Griechenland mehr als eine Million Migranten - bei einer Gesamtbevölkerung von rund 11,5 Millionen Menschen.

hp/SC (afp, dpa, dapd)