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Politik

Rechte Gewalt in Russland

Der 20. April ist in Russland ein gefährlicher Tag für afrikanische Studenten und für Händler aus dem Kaukasus. Wie im Vorjahr haben rechtsextreme Jugendliche zum Geburtstag Hitlers Angriffe auf Ausländer angekündigt.

Dass mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Ende des faschistischen Terrors ausgerechnet in Russland manche Herzen für die Nazis schlagen, scheint verwunderlich. Immerhin war es Hitler, der von "Untermenschen" im Osten sprach und die Völker der Sowjetunion versklaven wollte.

Totenkopf Tätowierung auf einem Neo-Nazi Kopf

Skinhead mit Totenkopf Tätowierung

Doch die rechtsextremistischen Jugendlichen haben die menschenverachtende Ideologie der Nazis auf ihre eigene Welt übertragen. Wer dunkle Haut hat oder schwarze Haare, wie die Menschen im Kaukasus, kann sich in den Moskauer Vororten nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr sicher fühlen. Übergriffe von Skinheads landen immer häufiger auf den Titelseiten der Zeitungen, und ihre Glatzen glänzen im Fernsehen.

Im vergangenen Jahr kam es in Moskau am 20. April zu mehreren Übergriffen von Skinheads, bei denen ein Mensch getötet und mindestens zehn weitere Personen verletzt worden. Angegriffen werden kann jeder, dessen Äußeres nicht zum Begriff "slawisch" passt. Eingeprügelt wird sehr heftig, wer auf dem Boden liegt, wird mit den Füßen getreten, Flaschen werden auf ihren Köpfen zerschlagen.

Behörden hilflos

Selbst die russische Polizei, die über Jahre die rechte Gewalt als "individuelles Randalierertum" und "Hooliganism" abgetan hatte, zeigt sich besorgt. "Die Zunahme nationalistischer Strömungen im Jugendmilieu ist beunruhigend", sagt der stellvertretende Leiter der Kriminalpolizei, Generalleutnant Michail Nikiforow. Die Behörden wirken hilflos. Es gebe kaum Informationen über Anführer im rechten Lager, zitiert die Nachrichtenagentur Interfax Nikiforow.