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Rechenkünstler

Nicht jeder beherrscht es so gut: das Rechnen. Gerechnet wird immer und überall – auch ohne Zahlen. Nur wer sich verrechnet, kann ganz schön dumm dastehen. Nicht nur in der Welt der Zahlen.

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Rechenkünstler

Hand aufs Herz: Wie steht’s denn so mit dem Kopfrechnen? Wenn der Taschenrechner mal ausfällt, oder das Mobiltelefon über keine Rechenfunktion verfügt, wie weit beherrschen wir noch die Grundrechenarten, das kleine und das große Einmaleins?

Kopfrechnen – Fehlanzeige?

Eine Reihe von Zahlen untereinander, die addiert werden sollen und einem Bleistift (picture-alliance/blickwinkel/McPhotos)

Kopfrechnen will trainiert sein

Wissenschaftler haben errechnet, dass ein erschreckend hoher Prozentsatz von Schulkindern und Erwachsenen nicht mehr in der Lage ist, mit Bleistift und Papier einfache Rechnungen durchzuführen, wenn der elektronische Rechner streikt. „Damit war zu rechnen“.

Wenn das menschliche Gehirn bestimmte Funktionen nicht ständig trainiert, zum Beispiel das Kopfrechnen, fällt es eben schwer, 348 minus 129 mal drei auszurechnen. Selbst ein so einfaches Rechenbeispiel gerät heutzutage schnell zu einer Rechenaufgabe, bei der man sich ohne elektronische Rechenhilfe ziemlich schnell „verrechnet“.

Mechanische Rechengeräte

Schulkinder in Strelichevo Belarus (Viktor Drachev/AFP/Getty Images)

Mechanische Rechenhilfen erleichtern die ersten Rechenschritte

Nun waren die Menschen ja schon immer erfinderisch und versuchten, sich das Leben ein bisschen angenehmer zu machen. Auch das Rechnen. Deshalb gab es schon in früheren Zeiten „Rechenhilfen“.

Zum Beispiel das „Rechenbrett“. Das war eine kleine Tafel mit ganz bestimmten Einteilungen, innerhalb derer sich durch Hin- und Herschieben von „Rechensteinen“ Rechnungen ausführen ließen.

Für den Zahlenraum eins bis hundert gab es ein Rechengerät ganz besonderer Art: eine kleine, rein mechanische „Rechenmaschine“. Mancher mag sich noch an das Holzgestell mit zehn Zahlenreihen erinnern, den ganz dünnen Metallstangen mit den jeweils zehn Holzkugeln in verschiedenen Farben. Ebenfalls durch Hin- und Herschieben ließ sich damit ganz ordentlich rechnen. Die anspruchsvolle Ausführung von Handrechengeräten war – und ist immer noch – der „Rechenschieber“.

Der Rechenschieber

Mit dieser auch Rechenstab genannten Rechenhilfe lassen sich durchaus komplizierte Rechenaufgaben lösen. Allerdings muss man es verstehen, mit den untereinander verschiebbaren logarithmisch eingeteilten Skalen umzugehen.

Früher gab es im Mathematikunterricht – ein moderner Ausdruck für „Rechenstunden“ – besonderen Rechenunterricht für den Gebrauch des Rechenschiebers. Natürlich war die Rechengeschwindigkeit solcher Rechenmaschinen im Vergleich mit den elektronischen geradezu lächerlich. Datenverarbeitung im heutigen Verständnis war unmöglich.

Wahre Rechenkünstler: moderne Rechner

Deutschland Supercomputer Juqueen (picture alliance/dpa/O. Berg)

Immer größere Rechenleistungen bieten Hochleistungsrechner

Noch vor wenigen Jahren schienen „Rechenzentren“, wie sie heute etwa in der Verwaltung, in wissenschaftlich-technischen und medizinischen Einrichtungen selbstverständlich sind, geradezu als Utopie.

Die modernen Rechner sind wahre „Rechenkünstler“, aber selbst ihnen können Rechenfehler unterlaufen, auch sie können „sich“ gewissermaßen „verrechnen“.

„Sich verrechnen“ ist jedoch eher ein Ausdruck, der in den Bereich menschlichen Handelns und Denkens gehört – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

Rechnen und seine übertragenen Bedeutungen

Wer mit jemandem „fest rechnet“, sich auf jemanden verlässt und dann bitter enttäuscht wird, hat „sich verrechnet“. Das ist schlimmer, als sich um ein paar Euro bei einer Rechnung  zu vertun.

Fußball Bundesliga 4. Spieltag: VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim (picture-alliance/dpa/Sebastian Kahnert)

Mancher Fußballfan verrechnet sich, wenn er fest mit einem Sieg gerechnet hat

Durchweg angenehm ist es, wenn „die Rechnung aufgeht“, wenn sie stimmt, wenn das herauskommt, was man sich vorgestellt hat. Das kann auch im menschlichen Miteinander sein. Wer alles dafür unternommen hat, eines Tages einen geliebten Menschen für sich zu gewinnen und schafft es, dessen Rechnung ist auch aufgegangen. Leider ist das nicht immer so.

Wer zum Beispiel „die Rechnung ohne den Wirt macht“, muss damit rechnen, dass irgendwann einmal eine ganz andere „Rechnung präsentiert“ wird. Da geht es dann unter Umständen um das „Begleichen alter Rechnungen“, die zwar mit ungeheuer viel Geld zu tun haben können, die jedoch mitunter „nicht mit Geld zu bezahlen sind“.

Manchmal geht’s auch ohne Rechenkünste

„Auf seine Rechnung kommt“, wer merkt, dass er es geschafft hat, einem anderen „eine Rechnung aufzumachen“, eine Forderung zu stellen, die sich gewaschen hat. Und wenn es sich dabei nur darum handelt, dass mal die Zeche für das Abendessen des gesamten Stammtisches auf die Rechnung desjenigen geht, der sich sonst immer vor dem Bezahlen drückt und davon ausgeht, dass die anderen für ihn mit bezahlen. Um das auszurechnen, dafür muss man kein Rechenkünstler sein.

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