Rebellengebiet in Ost-Aleppo gespalten | Aktuell Welt | DW | 28.11.2016
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Krieg in Syrien

Rebellengebiet in Ost-Aleppo gespalten

Aleppo gehört zu den umkämpftesten Gebieten in Syrien. Doch die Rebellen verlieren dort immer mehr an Boden. Jetzt hat die Armee den nördlichen Teil der Rebellengebiete in Ost-Aleppo vollständig eingenommen.

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Syrisches Regime nimmt Nordosten Aleppos ein

Der syrischen Armee ist im Kampf gegen die Rebellen in Aleppo ein strategisch wichtiger Erfolg gelungen. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, Syriens Regimeanhänger hätten den nördlichen Teil der Rebellengebiete in Ost-Aleppo vollständig eingenommen. Die Armee und ihre Verbündeten hätten die Kontrolle über die Stadtteile Sachur und Haidarija gewonnen. Insgesamt verloren die Rebellen in den vergangenen Tagen im Zuge des Vormarsches der Armee die Kontrolle über mehr als ein Drittel des von ihnen gehaltenen Gebiets im Osten der Großstadt.

Der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sprach von "der größten Niederlage" der Aufständischen in Aleppo seit 2012. Bei ihrem Vormarsch auf Aleppo haben die syrischen Regierungstruppen das Rebellengebiet im Osten der Stadt in zwei Teile zerschlagen. Wie das syrische Staatsfernsehen berichtete, eroberten die Regierungstruppen den strategisch wichtigen Stadtteil Sachur und kappten damit die Verbindung.

Wendepunkt für den Bürgerkrieg

Auch die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete große Geländegewinne des Militärs. Regierungstruppen hatten die Rebellen bereits am Wochenende immer weiter zurückgedrängt. Den Regimegegnern droht nun in der seit Monaten umkämpften Stadt ein totaler Zusammenbruch. Der Verlust Sachurs könnte dazu führen, dass ein Keil zwischen die Rebellengebiete in Aleppo getrieben wird. Das würde die Aufständischen entscheidend schwächen. Aleppo ist als eine der größten Städte des Landes strategisch und symbolisch wichtig. Dies könnte ein Wendepunkt für den Bürgerkrieg sein.

Syrien Aleppo (Reuters/A. Ismail)

Das Viertel Qadi Aska in Aleppo ist fast vollständig zerstört

Osten Aleppos seit Monaten eingekesselt

Nach Angaben der Menschenrechtler sind rund 10.000 Menschen aus den Gebieten unter Rebellen-Kontrolle auf der Flucht. Rund 6000 von ihnen seien in einen von Kurden beherrschten Stadtteil geflohen. Der Rest sei in Viertel gezogen, die kürzlich vom Regime eingenommen wurden. Bislang kontrollierten die Rebellen den Osten Aleppos, der jedoch seit September von der Außenwelt abgeschnitten ist. In dem Gebiet sollen noch rund 250.000 Menschen leben.

"Viele Menschen sind in andere Teile belagerte Teile Aleppos geflohen, manche in Kurden-kontrollierte, andere in Regime-kontrollierte. Ganze Familien wurden so getrennt", sagt der Programmleiter der syrischen Hilfsorganisation "Weißhelme", Farouq Habib, im Interview mit der Deutschen Welle. Die zivilen Helfer der "Weißhelme" würden auch nach der Eroberung durch die syrische Armee in den betroffenen Gebieten weiter arbeiten, wenn man sie ließe, so Habib. "Aber das erste, was die Armee macht, wenn sie in ein von Rebellen kontrolliertes Gebiet kommt, ist, alle Aktivisten der Zivilgesellschaft zu verhaften und zu verhören." Die syrische Hilfsorganisation der "Weißhelme", die sich selbst "Syrischer Zivilschutz" nennt, wurde am Freitag mit dem Right Livelihood Award, auch als Alternativer Nobelpreis bekannt, ausgezeichnet.

Akute Notlage

Wegen der Blockade fehlt es in den Rebellengebieten akut an Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, Strom und medizinischer Versorgung. Das Internationale Rote Kreuz hatte am Freitag gewarnt, in dem eingekesselten Gebiet gingen die Nahrungsmittel zur Neige. Nach heftigen Bombardierungen in den vergangenen Wochen durch das syrische Regime und seinen Verbündeten Russland sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen acht von neun Krankenhäusern außer Betrieb.

mar/qu (rtr, dpa, dw)

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