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Afrika

Rebellenangriffe im Südsudan

Über 200 Menschen sollen bei Überfällen von Milizen im Südsudan getötet worden sein. Zunächst war von halb so vielen Opfern die Rede. Die Gewalt weckt neue Sorgen um die Sicherheit in der Region.

Menschen im Südsudan bewachen ihr Dorg (Bild: dpa)

Viele Südsudanesen leben in ständiger Angst

Die Überfälle ereigneten sich in der südsudanesischen Region Jonglei, wie die regierende Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) am Dienstag (15.02.2011) bekannt gab. Offenbar steckt Rebellenchef George Athor hinter den Angriffen, die bereits letzte Woche in Jonglei stattgefunden haben sollen. Athor ist ein früherer ranghoher Offizier der SPLA, dem militanten Arm der SPLM. Jetzt hat er vermutlich als Racheakt für eine verlorene Wahl zum Provinzgouverneur im letzten Jahr die Seiten gewechselt. Nun führt er eine Rebellengruppe an, die für die Angriffe auf die Zivilbevölkerung verantwortlich sein soll.

Vorwurf an Regierung in Khartum

Die politische Führung im Südsudan hat der sudanesischen Regierung in Khartum vorgeworfen, in das Massaker an mehr als 200 Menschen verwickelt zu sein. Khartum unterstütze den Rebellenführer George Athor, indem es ihn mit Waffen und Geld versorge. "Wir drücken unser Bedauern und unseren Schmerz aus, nachdem wir fast 200 Menschen verloren haben", sagte Pagan Amum, der Generalsekretär der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung. Er sprach von einem abscheulichen Massaker George Athors und seiner Truppe, die auf die wehrlose Zivilbevölkerung losgegangen seien. Offenbar soll es sich um eine Serie von Angriffen gehandelt haben. Zunächst war man von wesentlich weniger Todesopfern ausgegangen.

Gebrochene Waffenruhe

Soldat der Regierungsarmee SPLA (Bild: ap)

Soldat der Regierungsarmee SPLA

In der letzten Woche hat es immer wieder Zusammenstöße zwischen den Rebellen unter George Athor und Regierungstruppen gegeben. Damit wurde ein gerade abgeschlossenes Waffenstillstandsabkommen gebrochen. Im September hatte die südsudanesische Regierung Athor und anderen Rebellenführern Amnestie angeboten, wenn sie die Waffen niederlegen würden. Vier Tage vor Beginn des Referendums am 9. Januar hatte Athor das Abkommen dann auch unterzeichnet. Warum er es jetzt gebrochen hat ist unklar.

Angst um die Sicherheit

Die Südsudanesen blicken der Zukunft mit Zuversicht, aber auch mit Sorge entgegen (Bild: AP)

Die Südsudanesen blicken der Zukunft mit Zuversicht, aber auch mit Sorge entgegen

Die Gewalt in der Region Jonglei weckt neue Angst um die Sicherheit im Südsudan. Im Januar hatte dort die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum für die Unabhängigkeit des Südsudan gestimmt. Die Region wird sich voraussichtlich im Juli 2011 vom Norden abspalten. Bereits seit 2005 unterhalten der nördliche und der südliche Teil des Sudan jeweils eigene Streitkräfte.

Autorin: Katrin Ogunsade (rtr, afp, ap)
Redaktion: Christine Harjes

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