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Aktuell Nahost

Rebellenabzug aus Damaskus ausgesetzt

Freies Geleit auch für Terroristen: So lautete der Deal. Doch jetzt wackelt das Abkommen, das den Rebellenrückzug aus mehreren Vierteln der syrischen Hauptstadt vorsah. Vorausgegangen war ein tödliches Bombardement.

IS-Kämpfer im Flüchtlingslager Jarmuk/Damaskus auf einem Propagandabild vom April

IS-Kämpfer im Flüchtlingslager Jarmuk/Damaskus auf einem Propagandabild der Terroristen vom April

Kaum verkündet, steht die Vereinbarung über den Abzug von tausenden Kämpfern der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) aus mehreren Vierteln von Damaskus schon wieder in Frage. Das Abkommen sei vorerst ausgesetzt worden, hieß es aus Verhandlungskreisen. Busse, die die Kämpfer aus der syrischen Hauptstadt bringen sollten, seien leer wieder abgefahren. Grund für die "Suspendierung" des Abkommens sei die Tötung von Rebellenchef Sahran Allusch. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London erklärte dagegen: "Der Deal wurde wegen logistischer Schwierigkeiten ausgesetzt, aber nicht abgesagt."

Die Einigung zwischen der Regierung und den Vertretern dreier belagerter Viertel war am Freitag verkündet worden. Sie sah nach Angaben aus Verhandlungskreisen vor, dass mehr als 3500 Menschen die Stadtviertel Kadam und Hadschar al-Aswad verlassen. Unter ihnen sollten neben Zivilisten auch 2000 Islamisten sein, die meisten davon IS-Kämpfer, aber auch Mitglieder des Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra-Front.

Tödlicher Beschuss mit russischen Raketen

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle mit Sitz in London, die ihre Informationen durch Korrespondenten im Kriegsgebiet bezieht, waren die Extremisten mit ihrer Entwaffnung vor dem Abzug einverstanden. Doch wenige Stunden nach der Verkündung des Abkommens wurde der gewaltsame Tod Alluschs bekannt. Der Chef der einflussreichen Rebellengruppe Dschaisch al-Islam war am Freitag bei einem Luftangriff getötet worden.

Allusch starb gemeinsam mit fünf weiteren Kommandeuren in Ost-Ghuta nahe Damaskus. Ein syrischer Sicherheitsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Militär habe die Rebellen mit russischen Raketen angegriffen. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad versuchen derzeit mit einer massiven Offensive, die Region wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen.

jj/hf (dpa, afp)