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Aktuell Nahost

Rebellen wollen Frontlinien stärken

Während syrische Oppositionsgruppen in Doha über eine neue Führung streiten, ergreift die größte im Lande selbst kämpfende Rebellengruppe die Initiative: Die Freie Syrische Armee regruppiert ihre Kräfte an der Front.

Die neuen Prioritäten sollen Organisation und Disziplin sowie größere Arsenale mit schweren Waffen sein. Kalaschnikows und improvisierte Raketen, mit denen jetzt die meisten Einheiten noch in den Kampf ziehen, seien nicht ausreichend. Der Oberkommandeur der Freien Syrischen Armee (FSA), General Mustafa al-Scheich, gab sich gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France Presse optimistisch, so auch die erhoffte internationale Anerkennung und Unterstützung zu erhalten. Dort wisse man dann genau, an wen die Waffen gingen.

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Syriens Opposition ringt um Einigkeit

In den vergangenen Tagen habe die FSA begonnen, ihre Kräfte auf fünf Regionen zu konzentieren und dort neue Führer zu bestimmen, erläuterte al-Scheich der AFP in einem Interview im Norden Syriens. Die Dachorganisation "Syrischer Nationalkongress" (SNC) sei kein wirkungsvoller Führer der Opposition und repräsentiere nicht die Kämpfer gegen Präsident Baschar al-Assad an den Frontlinien.

An der syrischen-türkischen Grenze haben die Gefechte unterdessen auch in der Nacht angehalten. Betroffen ist die Region um die Städte Ras al-Ain und Ceylanpinar. Bei den Kämpfen zwischen syrischen Rebellen und regierungstreuen Kämpfern bei Ras al-Ain wurden nach unbestätigten Angaben von Menschenrechtsaktivisten seit Mittwoch mindestens 26 Menschen getötet.

Ankara: Schon 8000 Syrer geflohen

In der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar schlossen wegen der Möglichkeit von Querschlägern am zweiten Tag in Folge die Schulen. Seit Donnerstag wurden dort bereits sechs Menschen durch solche Querschläger verletzt. Ergänzend teilte das Außenministerium in Ankara mit, dass rund 8000 Syrer vor den Kämpfen in die Türkei geflohen seien. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen - UNHCR - wurden insgesamt etwa 11.000 Bürgerkriegs-Flüchtlinge in den Nachbarstaaten Syriens gezählt.

Seit einigen Wochen feuert türkische Artillerie auf syrisches Territorium, wenn Angreifer mit Radar lokalisiert werden können. Ras al-Ain liegt in der nordöstlichen Provinz Hasaka, rund 600 Kilometer von Damaskus entfernt. Ein Rebellenkommandeur sagte, sie wollten die Stadt erobern, weil die Aufständischen so über einen weiteren Ort Verwundete außer Landes bringen könnten und sich mit Versorgungsgütern eindecken könnten. Inzwischen kontrollierten die Rebellen ein größeres Gebiet an der Grenze zur Türkei, in dem auch eine Straße von der Metropole Aleppo nach Hasaka verlaufe. Von unabhängiger Seite konnten diese Angaben bislang nicht bestätigt werden.

Türkische Soldaten mit Panzer in Bereitschaft nahe der Stadt Ceylanpinar (Foto: Reuters)

Türkische Soldaten in Bereitschaft nahe der Stadt Ceylanpinar

Erdogan kritisiert erneut UN

Syrische Rebellen lieferten sich auch wieder Kämpfe mit den Regierungstruppen unweit der israelischen Grenze. Die "Allgemeine Kommission für die Syrische Revolution" meldete, die Armee habe vergeblich versucht, einen Stützpunkt der Freien Syrischen Armee im Bezirk Kunaitra einzunehmen. Dabei seien unter anderem Panzergranaten und Mörsergranaten eingesetzt worden. Am Donnerstag waren drei Querschläger aus dem Gebiet auf den von Israel besetzten syrischen Golanhöhen eingeschlagen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verschärfte seine Kritik an den Vereinten Nationen, denen er Versagen im Syrien-Konflikt vorwirft. Bei einer internationalen Konferenz auf Bali sagte Erdogan nach türkischen Zeitungsberichten, in Syrien seien bisher 50.000 Menschen getötet worden, 111.000 in die Türkei geflohen, und weitere 2,5 Millionen Syrer seien zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. "Wo sind die UN?", fragte er. Wegen der derzeitigen Struktur der Weltorganisation hingen alle Entscheidungen von den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats ab, monierte Erdogan. Vision und Aufbau der UN müssten erneuert werden. In einer Stellungnahme der UN-Flüchtlingsorganisation hieß es, bisher seien insgesamt 408.000 syrische Flüchtlinge, registriert worden. Vielen von ihnen werde in der Region geholfen.

sti/SC/hp (afpe, dpa, rtre, APE)

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