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Afrika

Rebellen melden Eroberung von Tripolis

Nach sechsmonatigen Kämpfen gegen die Truppen Gaddafis haben die Rebellen nach eigenen Angaben die Hauptstadt eingenommen. Der Internationale Strafgerichtshof bestätigte die Festnahme des Gaddafi-Sohns Saif al-Islam.

(Foto: dapd)

Jubel über den Efolg der Rebellen in Tripolis

Unter Jubel der Bevölkerung waren die Aufständischen am späten Sonntagabend in die Hauptstadt Tripolis eingerückt. Augenzeugen berichteten, die Rebellen seien auf wenig Widerstand gestoßen. Im Stadtzentrum feierten sie am frühen Montagmorgen (22.08.2011) ihren Triumph und meldeten die Eroberung der Hauptstadt. Der Sender Sky News zeigte Bilder vom Grünen Platz im Zentrum der Hauptstadt, wo Rebellen Flaggen der Opposition schwenkten.

Nach Angaben der Rebellen hat die Leibgarde des libyschen Machthabers die Waffen niedergelegt. Zudem habe sich Gaddafis ältester Sohn Mohammed gestellt und zwei weitere Söhne seien festgenommen worden. Die Festnahme von Seif al-Islam wurde inzwischen vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag bestätigt.

Siegesgewiss bis zum Schluss

Gaddafi (Foto: dapd)

Zu Beginn des Aufstandes in Libyen im Februar zeigte sich Gaddafi noch im Fernsehen

Gaddafi selbst meldete sich am Sonntagabend gleich zweimal im Staatsfernsehen zu Wort, bereits am Samstagabend richtete er eine Botschaft an seine Anhänger. Er war allerdings zu keiner Zeit im Bild zu sehen, sondern lediglich als Stimme am Telefon zu hören. Der Staatschef rief die Libyer dazu auf, die Hauptstadt bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen: "Wir werden den Sieg erringen", rief er und beschwor seine Anhänger von überall her in die Hauptstadt zu kommen.

Der ehemalige enge Vertraute Gaddafis, Abdulsalam Dschallud, der sich in den vergangenen Tagen nach Italien abgesetzt hatte, erklärte im dortigen RAI-Fernsehen: "Das Regime von Gaddafi wird zusammenbrechen, spätestens in zehn Tagen, vielleicht auch früher." Seinen Angaben zufolge befindet sich Gaddafi in Tripolis und hat auch keine Chance, aus der libyschen Hauptstadt zu fliehen.

"Operation Meerjungfrau"

Gaddafis Truppen hatten in den vergangenen Tagen herbe Verluste hinnehmen müssen. Am Samstagabend verkündete der Sprecher des Übergangsrates der Rebllen, Ahmed Dschibril, den Start der "Operation Meerjungfrau". Der Einsatz sei zwischen dem Übergangsrat und den aufständischen Kämpfern in und um Tripolis abgestimmt, sagte Dschibril. Auch die NATO sei "beteiligt". Die Militärallianz unterstützt die libyschen Rebellen seit März mit Luftangriffen. Im Februar hatte in dem nordafrikanischen Land der Aufstand gegen Gaddafi begonnen.

Menschen mit libyschen fahnen (Foto:dapd)

Jubel in Bengasi über die Erfolge der Rebellen

Die womöglich entscheidende Wende im Kampf der Aufständischen gegen das Regime Gaddafi kam mit der Einnahme der für die Ölversorgung strategisch wichtigen Städte Brega und Sawija in den vergangenen Tagen. Bereits in der Nacht zum Sonntag gab es erste Gefechte in zahlreichen Vierteln und im Zentrum der Hauptstadt.

Das Gaddafi-Regime "bröckelt"

Auch die NATO sieht das Regime des libyschen Machthabers Gaddafi vor seinem Ende. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte am frühen Montagmorgen (22.08.2011) in Brüssel, die Zeit sei gekommen, ein neues, demokratisches Libyen zu schaffen. Die NATO werde die Truppen Gaddafis weiter beobachten und bombardieren, falls die Zivilbevölkerung durch sie bedroht sei, sagte Rasmussen. Das Militärbündnis hat in den vergangenen fünf Monaten fast 20.000 Einsätze in Libyen geflogen, darunter etwa 7500 Angriffe gegen die Regierungstruppen.

US-Präsident Barack Obama meldete sich aus seinem Urlaubsort in Massachusetts. In einer schriftlichen Erklärung hieß es: "Der sicherste Weg, das Blutvergießen zu beenden, ist einfach: Gaddafi und sein Regime müssen anerkennen, dass ihre Herrschaft beendet ist. Gaddafi muss die Macht ein für allemal abgeben." Die Rebellen forderte Obama auf, die Menschenrechte zu achten, die Führung zu übernehmen und den Weg der Demokratie zu beschreiten.

Autorin: Sabine Faber (dpa,rtr,afp,dapd)

Redaktion: Hans Ziegler

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