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Aktuell Welt

Rebellen in Mali erobern Diabali

Während die französische Armee weitere Luftangriffe flog, nahmen die Islamisten einen neuen Ort in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil des westafrikanischen Landes ein. Es soll viele Tote gegeben haben.

Die Islamisten in Mali haben die Stadt Diabali, 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako, erobert. Die französische Regierung bestätigte die Entwicklung: "Wir wussten, dass es eine Gegenoffensive in Richtung Westen geben würde", sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Nach heftigen Kämpfen und Widerstand durch die malische Armee hätten die Islamisten die Stadt eingenommen.

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Frankreichs schwierige Mission in Mali

Auf Bitten der malischen Regierung hatte Frankreich am Freitag in die Kämpfe dort eingegriffen, um einen Vormarsch islamistischer Gruppierungen aus dem Norden Malis in Richtung Bamako zu stoppen.

Mit französischer Luftunterstützung konnten die Soldaten der Regierung zunächst die Stadt Konna zurückerobern. Weitere Kämpfe gab es um die nordmalische Stadt Gao sowie um Kidal im Osten. Nach Angaben von Einwohnern wurden mehr als 60 islamistische Kämpfer getötet. Bei dem Angriff am Sonntag sei eine "Versammlung" von Extremisten getroffen worden. Die Überlebenden hätten die Leichen in der Nacht geborgen.

Genaue Angaben über Tote und Verletzte liegen nicht vor. In Bamako hieß es, bei den Gefechten seien auch elf Regierungssoldaten getötet worden. Auch ein französischer Pilot kam ums Leben.

Korrespondenten meldeten, die französische Armee sei überrascht von dem guten Ausbildungsstand und der guten Bewaffnung der islamistischen Kämpfer. Für die Offensive gegen den Süden Malis haben sich offenbar Mitglieder der Gruppen "Al Kaida im Maghreb", Ansar Dine und MUJAO (Bewegung für die Einheit und den Dschihad in Westafrika) zusammengeschlossen. Nach Informationen des britischen Senders BBC hat Frankreich inzwischen in Bamako und in der zentralmalischen Stadt Mopti 550 Soldaten stationiert.

Der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte, der Einsatz in Mali sei "eine Frage von Wochen". Frankreich habe handeln müssen, "sonst gäbe es Mali nicht mehr, dafür aber einen terroristischen Staat". Der sozialistische Politiker hob besonders hervor, dass die französische Intervention von zahlreichen Staaten unterstützt werde. Fabius nannte dabei Großbritannien, Dänemark, "andere europäische Länder" und die USA. Algerien habe dem französischen Militär umfassende Überflugrechte eingeräumt.

Auch wollen sich immer mehr afrikanische Länder an einer Eingreiftruppe für Mali beteiligen. Benin, Burkina Faso, Niger, Nigeria, Senegal und Togo erklärten sich bereit, umgehend Soldaten zu entsenden. Der UN-Sicherheitsrat hatte im Dezember ein Mandat für einen Militäreinsatz der Westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS gegen die Islamisten in Mali erteilt. Der Beginn der Mission war für September geplant. Die Offensive der Islamisten hat die Entwicklung nun beschleunigt. Auf Antrag Frankreichs wird der UN-Sicherheitsrat noch an diesem Montag über die Situation in Mali beraten.

wl/gmf (dpa, afp, rtr, dapd)

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