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Fußball

Real Madrid gewinnt die Champions League

Ein Pfosten entscheidet das Finale der Königsklasse. Erst im Elfmeterschießen gewinnt Rekordsieger Real Madrid gegen den Stadtrivalen Atletico - und holt "la undécima", den elften Titel in der Vereinsgeschichte.

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Triumphfahrt von Real Madrid

Die große Bühne gehörte mal wieder Cristiano Ronaldo. Er, der während der Partie ganz unauffällig spielte, trat als letzter der fünf Elfmeterschützen an. Zuvor hatte Atleticos vierter Schütze, Juanfran, als erster und einziger vom Punkt nicht erfolgreich verwandelt - sein Ball prallte vom Pfosten ab. So also lief Ronaldo an, traf halbhoch rechts zum 5:3 nach Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:0) gestanden.

"Ich wusste, dass ich das Tor machen würde, da war ich ganz sicher", sagte Ronaldo, der sich nach seinem Siegtor schreiend sein weißes Trikot vom Leib riss und unter Freudentränen zu Boden sank. Vor 71.500 Zuschauern im Mailänder San Siro Stadion hatte zuvor, wie schon vor zwei Jahren ebenfalls gegen Atletico Madrid, Reals Kapitän Sergio Ramos getroffen (15. Minute). Yannick Ferreira-Carrasco gelang kurz vor Ende der regulären Spielzeit der 1:1-Ausgleich für Atletico (79.).

Ramos knapp im Abseits

Fußball Champions League Finale Atletico Madrid v Real Madrid Elfmeterschießen Ronaldo Jubel

Wie immer im Mittelpunkt: Ronaldo

In den ersten 20 Minuten bestimmte Real das Spiel - allerdings ohne wirklich zu überzeugen. Beim Führungstreffer zirkelte der deutsche Nationalspieler Toni Kroos einen Freistoß von links in den Strafraum. Gareth Bale verlängerte per Kopf und Ramos, ganz knapp im Abseits, hielt einen Meter vor der Linie den Fuß rein - Tor. Die Atletico-Spieler und Fans wirkten geschockt.

Die Defensiv-Spezialisten von Atletico, die in der Liga nur 18 Gegentore kassiert hatten - die niedrigste Quote in Europas Topliga - mussten jetzt ihre Strategie ändern. Kompakte Abwehr und gelegentliche Konter waren zu wenig, um im Spiel zu bleiben. Aber bis zur Halbzeit war kein Plan B zu erkennen.

Elfmeter an den Querbalken

Dann kam der Zufall zu Hilfe: Gerade mal eine Minute nach Wiederanpfiff lief Reals Pepe im Strafraum Atleticos Top-Stürmer Antoine Griezmann von hinten in die Hacken - Elfmeter. Doch der Gefoulte drosch den Ball mittig an den Querbalken (47.) - der nächste Schock für Spieler und Fans. Jetzt aber spielte Atletico wesentlich aggressiver und offensiver. Kurze Zeit später fiel nach einer Ecke dem eingewechselten Ferreira-Carrasco der Ball vor die Füße, der Belgier stocherte das Leder jedoch aus kurzer Entfernung knapp am Tor vorbei (54.).

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Am Ende der Verlängerung schlägt Carrasco (r.) nach einem Foul Pepe (l.) ins Gesicht - Konsequenzen gibt es aber keine

Dann holte Reals

Trainer Zinedine Zidane

Kroos vom Platz. Bis dahin hatte der deutsche Nationalspieler wie immer im Hintergrund effektiv gearbeitet. Für ihn brachte Zidane den offensiveren Isco.

Eigentlich sollte der Torschütze nicht mehr auf dem Platz sein

Kurze Zeit später hätte Ronaldo die Partie entscheiden können, doch statt schmucklos einzuschieben, flocht der Portugiese eine Art eingesprungenen Überstieger ein und scheiterte an Atletico-Keeper Jan Oblak. Im direkten Gegenzug fiel der Ausgleich. Juanfran schlug den Ball präzise auf Carrasco und der drückte den Ball mit langem Bein über die Linie - das 1:1 (79.) Kurios: Eigentlich wollte Atleticos Trainer Diego Simeone den Torschützen bereits auswechseln, der Schiedsrichter-Assistent hatte schon die Tafel mit den Nummern 16 für 21 in der Hand, aber der Spielverlauf gab keine Möglichkeit zum Personalwechsel.

Fußball Champions League Finale Atletico Madrid v Real Madrid Zidane

Zidane: seit Januar Trainer, schon Champions-League-Sieger

In der Verlängerung war Real anzumerken, dass Zidane frühzeitig seine drei möglichen Wechsel vorgenommen hatte. Der Champions-League-Rekordsieger wirkte ausgelaugt. Doch Atletico wusste dies nicht auszunutzen. Also musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Alle Schützen trafen souverän, bis auf Pechvogel Juanfran.

Atletico scheitert damit nach 2008 und 2014 also auch bei seinem dritten Versuch, die Champions League zu gewinnen. Real dagegen triumphiert zum elften Mal. Für Zidane, erst seit Januar im Amt, ist es der erste Titelgewinn als Coach - und dann gleich der bedeutendste, den es im Vereinsfußball gibt. Zudem ist er der siebte Ex-Profi, dem es gelingt, als Spieler und als Trainer die Königsklasse zu gewinnen.

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