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Sport

Real Madrid feuert Trainer Benítez

Der Nächste bitte! Nach nur 215 Tagen muss Trainer Rafael Benítez bei Real Madrid wieder gehen. Sein Nachfolger ist der frühere Weltstar Zinédine Zidane, der sich bei seiner Vorstellung bewegt zeigte.

Real Madrid hat den nächsten Trainer verschlissen, nun soll der frühere Weltstar Zinédine Zidane die verkorkste Saison der Königlichen retten. Der spanische Fußball-Rekordmeister trennte sich am Montag nach nur 215 Tagen von Rafael Benítez und reagierte damit auf die seit Monaten andauernde Krise mit sportlichen Misserfolgen und peinlichen Pannen. Als Nachfolger präsentierte Clubchef Florentino Pérez den Franzosen Zinédine Zidane, der bislang die B-Mannschaft der Madrilenen trainiert hatte. Die französische Fußball-Legende wird am Dienstag erstmals auf dem Trainingsgelände Ciudad Real Madrid bei einer Übungseinheit das Kommando führen. Der Welt- und Europameister ist bereits der 14. Real-Trainer in 13 Jahren.

Benítez sei ein großartiger Trainer, sagte Pérez zum Abschied und widmete sich sogleich dem 43 Jahre alten Nachfolger Zidane: "Zinédine, das ist dein Stadion, das ist dein Club, du hast unser ganzes Vertrauen. Ich bin stolz, dich bei mir zu haben, weil für dich das Wort unmöglich nicht existiert." Dies brachte der Franzose auch gleich zum Ausdruck: "Wir haben den besten Club der Welt, die besten Fans der Welt. Ich werde mein Bestes geben, damit wir bis zum Ende der Saison etwas gewinnen. Ich glaube, es wird alles klappen."

Schnelle Entscheidung

Der Abschied von Benítez erfolgte einen Tag nach dem 2:2 beim FC Valencia, womit sich der Rückstand des drittplatzierten Teams um Weltmeister Toni Kroos und Weltfußballer Cristiano Ronaldo auf Spitzenreiter und Stadtrivale Atlético (41 Zähler) auf vier Punkte vergrößerte. Zweiter der Primera Division ist Erzrivale FC Barcelona (39 Punkte), der noch ein Spiel im Rückstand ist.

Benítez war erst am 3. Juni 2015 in Madrid als Nachfolger des zukünftigen Bayern-Trainers Carlo Ancelotti vorgestellt worden. Er agierte aber von Beginn an glücklos. Sportlich konnte das Starensemble nicht überzeugen, Tiefpunkt war das 0:4 vor heimischer Kulisse gegen Barca am 21. November. Auch bei den Fans, die ein spektakuläreres Spiel ihrer Mannschaft forderten, hatte der 55 Jahre alte Coach nur wenig Kredit. Dabei hatte er einige Erfolge vorzuweisen: Mit dem FC Liverpool gewann er 2005 die Champions League, zuvor hatte er Valencia zum UEFA-Cup-Erfolg und zwei Meisterschaften geführt. Doch bei Real kamen neben dem sportlichen Misserfolg peinliche Pannen wie der Wechselfehler des Trainers im Pokal gegen Cadiz CF, als er den nicht spielberechtigten Russen Denis Cheryschew einsetzte und damit dem Club den Ausschluss aus dem Wettbewerb bescherte.

kle/gri (dpa, sid, afpe)