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Kultur

Reaktionen

Weltweit haben Politiker mit Ablehnung auf die Nachricht von dem ersten bekannten Klonen eines menschlichen Embryos in den USA reagiert.

Das Klonen menschlicher Embryonen durch amerikanische
Wissenschaftler ist in Deutschland auf einhellige Ablehnung
gestoßen. Verbände, Parteien und Regierung forderten ein weltweites Klonverbot. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn verurteilte die Klonversuche und sprach sich für eine internationale Ächtung dieser Forschung aus.

Die Experimente seien ein "Albtraum, der nun leider
Wirklichkeit geworden ist", sagte der Präsident der
Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe. Die Deutsche Bischofskonferenz verurteilte die Experimente als "schärfsten Verstoß" gegen die Würde des Menschen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte, das Klonverbot in Deutschland aufrechtzuerhalten.

Auch der Vatikan lehnte das Experiment ab. In Großbritannien wurde ein Gesetz zum Verbot des Klonens von Menschen im Eilverfahren dem Oberhaus vorgelegt. Damit
sollte eine Gesetzeslücke geschlossen werden, die das Klonen zum Zweck der Reproduktion erlaubt. In Japan wurde einem Sprecher des Wissenschaftsministeriums zufolge ebenfalls ein Verbot des Klones vorbereitet.

EU-Forschungskommissar Philippe Busquin sagte, die Entwicklung in den USA zeige die Dringlichkeit einer europäischen Position zur Forschung mit embryonalen Stammzellen. Er begrüßte die Entscheidung des Europäischen Parlaments, jede Finanzierung von Forschung abzulehnen, die das Klonen von Menschen, die Herstellung menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken oder die Verwendung dieser Zellen zur Veränderung menschlichen Erbguts bezwecke.

Der Chef der US-Firma ACT, Michael West, wies im US-Fernsehen die Vorwürfe zurück. "Wir sind optimistisch, dass diese ersten Schritte wichtig sein werden in der Geschichte der Medizin", sagte er dem Sender ABC. "Wir können so viel mehr Gutes als Böses erreichen und sollten uns Sorgen machen um eine Überreaktion aus Furcht vor einer schönen, neuen Welt. Wir sprechen nicht davon, ein menschliches Leben zu erschaffen. Wir sprechen davon, Leben auf Zellebene zu erschaffen. Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied." (kas)

  • Datum 26.11.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1Pq9
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