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Europa

Reaktionen auf den Tod von Slobodan Milosevic

Der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic ist am Samstag (11.3.06) tot in seiner Zelle im Gefangenentrakt des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag gefunden worden. Dies sind Reaktionen auf seinen Tod.

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Die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik sagte in ihrer Funktion als EU-Ratsvorsitzende: "Das ändert nichts an der politischen Notwendigkeit, mit der Vergangenheit abzuschließen, deren Teil Milosevic gewesen ist. Das wird eine der großen Herausforderungen für die Region, um das Ziel zu erreichen, für das wir alle arbeiten und das ist andauernder Frieden und Versöhnung."

Kroatiens Präsident Stjepan Mesic meinte: "Es ist schade, dass Milosevic das Verfahren nicht überlebt und seine verdiente Strafe bekommen hat."

Der Außenminister von Serbien-Montenegro, Vuk Draskovic sagte: "Milosevic hat die Tötungen vieler, vieler Menschen meiner Partei, meiner Familie organisiert ... Er hat mehrmals angewiesen, mich zu töten ... Was kann ich sagen? Ich kann sagen, es ist schade, dass er sich nicht in Belgrad der Justiz stellen musste."

Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy: "Mit dem Tod von Milosevic hat einer der Hauptakteure, wenn nicht der Hauptakteur der Balkan-Kriege des späten 20. Jahrhunderts die Bühne verlassen. Ich möchte all denjenigen einen Gedanken widmen, die so viel unter den von Milosevic erdachten und geplanten ethnischen Säuberungen gelitten haben, zehntausende Männer, Frauen und Kinder."

Der frühere sowjetische Präsident und Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow erhob Vorwürfe gegen die Richter des UN-Tribunals in Den Haag erhoben. Es sei ein "schwerer Fehler" gewesen, den als Kriegsverbrecher angeklagten Ex-Präsidenten Jugoslawiens nicht zu medizinischen Untersuchungen nach Moskau zu lassen, sagte Gorbatschow am Samstag dem russischen Radiosender "Echo Moskwy". "Das riecht nach Unmenschlichkeit", fuhr Gorbatschow fort. Milosevic hatte vor seinem Tod wiederholt über Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme geklagt. Das UN-Tribunal verweigerte ihm am 24. Februar eine vorübergehende Entlassung aus dem Gefängnis, um sich in Moskau behandeln zu lassen.

Ivica Dadic, von Milosevics Sozialistischer Partei: "Es ist ein großer Verlust für Serbien und die Sozialistische Partei. Er wurde in Den Haag systematisch umgebracht und ist letztendlich gestorben." (mas)

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