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Bundesliga

RB Leipzig: Europa, wir kommen!

RB Leipzig hat Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal hat sich ein Bundesliga-Neuling direkt für die Champions League qualifiziert. Den nächste Coup planen die Leipziger für Samstag: Ein Sieg gegen Bayern München.

Der größte Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte wurde ausgiebig gefeiert. Einige Spieler flogen dafür sogar nach Mallorca. Am Mittwoch begann dann die Vorbereitung auf das Spitzenspiel. Gegen den Meister aus München, "will die Mannschaft etwas holen", wie Trainer Ralph Hasenhüttl gleich nach dem  4:1-Sieg bei Hertha BSC ankündigte: "Wir wollen zeigen, dass wir auf hohem Niveau konkurrenzfähig sind." Rein sportlich geht es für RB noch darum, den zweiten Tabellenplatz abzusichern. Mit einem Sieg würde das gelingen.

Das letzte Heimspiel der Saison wird "wie die 16 Partien zuvor, wieder ein Fußballfest werden", ist sich Geschäftsführer Oliver Mintzlaff sicher. In der lange dem Spitzenfußball entwöhnten Stadt hat RB eine ungeheure Euphorie ausgelöst. Alle Partien zu Hause waren bisher ausverkauft, auch für das abschließende Heimspiel am Samstag gegen den Rekordmeister aus München gibt es keine Karten mehr. 

Gut vorbereitet für die weitere Entwicklung

Schon in seiner ersten Saison hat sich RB Leipzig als Bereicherung für die Bundesliga erwiesen. Mit dem Einzug in die europäische Königsklasse geht der Verein jetzt den nächsten Schritt. Früher als erwartet, aber nicht unvorbereitet. Nachdem Ralf Rangnick 2012 als Sportdirektor verpflichtet wurde, wird bei der Entwicklung des Vereins eine klare Strategie verfolgt.

Natürlich besitzen die Leipziger dank der umfangreichen finanziellen Alimentierung durch den Red-Bull-Konzern bessere Möglichkeiten als andere Klubs. Das Geld wird jedoch klug ausgegeben und nicht sinnlos zum Fenster hinaus geworfen, wie bei anderen Vereinen, die sich gern auf Traditionen berufen, sportlich jedoch längst hinter RB Leipzig rangieren oder nur noch unterklassig spielen.

Die Jugend gibt den Ton an

1. Bundesliga 32. Spieltag | Hertha BSC - RB Leipzig - tor 0:1 (Getty Images/Bongarts/B. Streubel)

Vom Absteiger zum Top-Stürmer: Timo Werner kam vor der Saison vom VfB Stuttgart nach Leipzig

Grundpfeiler des Projektes in Leipzig waren von Anfang junge und erfolgshungrige Spieler. Die wurden in den letzten Jahren in großer Zahl geholt. Deshalb verfügt RB Leipzig aktuell über eine der jüngsten Mannschaften der Bundesliga. Beim Spiel in Berlin betrug das Durchschnittsalter aller eingesetzten Spieler 23,9 Jahre. "Wir sind zu einem Team zusammengewachsen, das auf sehr hohem Niveau Fußball spielt", findet Mittelfeldspieler Diego Demme.

Auf der Basis dieses Teamgeistes entwickelten sich die Spieler. Bestes Beispiel: Timo Werner. Der 21-jährige kam vor der Saison vom Absteiger VfB Stuttgart, debütierte inzwischen als erster RB-Spieler in der Nationalmannschaft und ist aktuell mit 19 Toren der erfolgreichste deutsche Stürmer in der Bundesliga.

Transfers mit Sinn und Verstand

Trotz der dreifachen Belastung in der neuen Saison mit Bundesliga, Pokal und Champions League, wollen sie in Leipzig ihren erfolgreichen Kurs beibehalten. "Wir werden keine verrückten Sachen machen", betont Mintzlaff. "Wir haben uns Leitplanken aufgestellt, zwischen denen wir unsere Entwicklung vorantreiben wollen."

Ausrüster der Bundesliga 16/17 RB Leipzig - Ralf Rangnick - Red Bull (picture-alliance/dpa/J. Woitas)

Der Kopf hinter dem Leipziger Erfolg: Ralf Rangnick

Die Mannschaft soll weiter gemeinsam wachsen. So steigen zwar die Bezüge der Spieler gemäß den Leistungen in der zu Ende gehenden Saison, aber nicht wenige Stars werden künftig mehr verdienen. Das Gehaltsniveau wird insgesamt auf eine höhere Stufe gestellt. Hohe Ablösesummen sind für RB weiterhin tabu. Wie man sich an diese selbstgewählte Maxime hält, beweist der jüngste Transfer. Für das Schweizer Torwarttalent Yvon Mvogo von Young Boys Bern gab Leipzig fünf Millionen Euro aus, statt den schon international erfahrenen Bernd Leno von Bayer Leverkusen für die feste  Ablöse von 25 Millionen Euro zu verpflichten. Das größte Potential für die langfristige Entwicklung schlummert jedoch im eigenen Klub. Für die DFB-Auswahlmannschaften von der U15 bis zur U21 stellt RB Leipzig gegenwärtig 12 Spieler.  

UEFA-Forderungen sollen erfüllt werden

Aber nicht nur die Mannschaft muß sich künftig höheren Ansprüche stellen. Der gesamte Verein wird  seit Wochen intensiv auf seine erste internationale Saison vorbereitet. "Wir werden wohl den Sommer durcharbeiten müssen", ahnt Geschäftsführer Mintzlaff. Denn auch die UEFA stellt Forderungen. Während die Zahl der geforderten 1700 VIP-Plätze noch mit einer provisorischen Zeltlösung zu erreichen ist, wird der europäische Verband bei einem anderen Problem genau hinschauen: Der engen Verflechtung mit Red Bull Salzburg.

Die UEFA duldet nicht zwei Klubs, "die durch Verwaltung oder Besitzanteile" miteinander verbunden sind, im selben Wettbewerb. Erste Schritte, den Forderungen zu genügen haben die Leipziger inzwischen getan. Sollte sich der österreichische Meister für die Champions League qualifizieren, dürften weitere Auflagen folgen. 

So oder so: Leipzig wird für die nächsten Jahre eine spannende Fußball-Location bleiben.

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